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Aus der Stadt Bus- und Bahnfahrten werden teurer
Hannover Aus der Stadt Bus- und Bahnfahrten werden teurer
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22:47 02.04.2012
Foto: Die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr sollen zum nächsten Fahrplanwechsel steigen.
Die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr sollen zum nächsten Fahrplanwechsel steigen. Quelle: Rainer Dröse
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Dabei spielt auch der jüngste Tarifabschluss im öffentlichen Dienst eine Rolle: Die Unternehmen begründen den Preisanstieg zum einen mit den aktuell hohen Spritkosten, die die Ausgaben für den Busverkehr hochtreiben, und zum anderen mit den nun deutlich steigenden Löhnen und Gehältern der Beschäftigten.

Kommt der Vorschlag durch, handelt es sich um die zehnte Preiserhöhung in Folge für Fahrten mit Regionalbahnen, S-Bahnen, Stadtbahnen und Bussen im Gebiet des GVH. Eine Dreiprozentmarke hat für die Unternehmen den Vorteil, dass sie nicht die Zustimmung der Kommunalpolitiker einholen müssen. Die Absegnung der Fahrpreise durch die Regionsversammlung ist erst dann erforderlich, wenn die Erhöhung die Inflationsrate um mehr als einen Prozentpunkt übersteigt. Sie beträgt aktuell 2,3 Prozent, sodass der Grenzwert bei 3,3 Prozent erreicht wäre. Im vergangenen Jahr hatte der GVH die Fahrpreise um durchschnittlich 2,3 Prozent angehoben; bei einzelnen Fahrscheinarten wie Sammelfahrscheinen war es etwas mehr.

Die bisherigen Preiserhöhungen hatten nicht zu Fahrgastverlusten geführt; im Gegenteil sind die Zahlen im öffentlichen Nahverkehr in den vergangenen Jahren sogar stetig gestiegen.

Auch Regionspräsident Hauke Jagau thematisierte am Montag den Zusammenhang zwischen Fahrpreiserhöhungen und den deutlich steigenden Löhnen und Gehältern im öffentlichen Dienst. Bei der Üstra seien die Ausgaben für Personal und Energie die größten Kostenblöcke, sagte Jagau. „Wenn die Kosten nicht aufgefangen werden können, dann muss man sich etwas überlegen.“

Die Üstra verzeichnete im Jahr 2010 Ausgaben von rund 200 Millionen Euro. Die Personalkosten für die gut 1900 Mitarbeiter machen mit 92 Millionen Euro fast die Hälfte dieser Gesamtausgaben aus. Durch den Tarifabschluss kommen auf die Üstra insgesamt Mehrkosten von 8,2 Millionen Euro zu, berichtete Unternehmenssprecherin Katja Raddatz. Davon seien 2,3 Millionen Euro im Wirtschaftsplan dieses Jahres eingeplant. Die jährlichen Energiekosten bei der Üstra liegen bei rund 16 Millionen Euro.

Müllgebühren, Eintrittspreise für den Zoo und die Preise für Gas, Wasser und Strom sollen dagegen trotz des Tarifabschlusses vorerst stabil bleiben. Beim Zoo, einem Tochterunternehmen der Region, fallen die meisten Mitarbeiter unter einen eigenen Haustarifvertrag. Daher schließt Jagau dort Preiserhöhungen durch den Tarifabschluss aus.

Die Stadtwerke beziffern die zusätzlichen Lohnkosten durch den Abschluss allein für dieses Jahr auf rund 1,2 Millionen Euro. Sprecherin Bianca Bartels sagte aber: „Eine Lohnerhöhung ist nicht ausschlaggebend für unsere Energiepreise.“ Die Preise seien vielmehr von den Märkten abhängig. Außerdem habe ihr Unternehmen bis zum  Herbst stabile Preise garantiert.

Auch beim Abfallwirtschaftsbetrieb aha ist die Anhebung der Müllgebühren durch den Tarifabschluss kein Thema. Unternehmenssprecher Stefan Schlutter verwies auf den bis zum Ende des Jahres laufenden sogenannten Kalkulationszeitraum für die Müllgebühren. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hatte einen zweiprozentigen Anstieg bei den Löhnen und Gehältern bereits eingeplant. Rund eine Million Euro sind für den Tarifabschluss in diesem Jahr noch nicht berücksichtigt. Insgesamt beträgt der Personaletat von aha rund 72 Millionen Euro.

Bernd Haase und Mathias Klein

Veronika Thomas 05.04.2012
Bernd Haase 05.04.2012
Sonja Fröhlich 02.04.2012