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Aus der Stadt Busfahrer-Streik hat Üstra kalt erwischt
Hannover Aus der Stadt Busfahrer-Streik hat Üstra kalt erwischt
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00:19 26.03.2015
Von Bernd Haase
Streiken für deutlich mehr Gehalt: Die Busfahrer von Üstra-Reisen. Foto: Wilde
Streiken für deutlich mehr Gehalt: Die Busfahrer von Üstra-Reisen. Foto: Wilde Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„So ist uns jede Möglichkeit genommen worden zu reagieren. Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben“, kritisiert der Üstra-Vorstandsvorsitzende André Neiß. Intern spricht man bei dem Verkehrsunternehmen von einer „Sauerei“, die sich die Gewerkschaft Verdi geleistet habe. Betroffen waren unter anderem Schüler, die am frühen Morgen einen Großteil der Reisenden in den Bussen stellen. Der Tarifkonflikt, der der Aktion zugrunde liegt, schwelt weiter.

Der Streik richtete sich nicht gegen die Üstra selbst, sondern gegen deren Tochter Üstra-Reisen. Diese allerdings übernimmt als Subunternehmer für die Mutterfirma auch Buslinien des regulären öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt und stadtnahen Gebieten sowie fünf Linien der Regiobus in der Wedemark und in Wunstorf. Während letztere Ersatz besorgen konnte, musste die Üstra passen. „Der Anteil von Üstra-Reisen macht bei uns etwa 20 Prozent des gesamten Busverkehrs aus. Die haben gestern komplett gefehlt“, sagt Sprecher Udo Iwannek. Neiß sagt, Verdi habe die Aktion so geplant, dass „unsere Fahrgäste die Folgen ausbaden mussten“.

Ein Warnstreik von Busfahrern hat am Montag den öffentlichen Nahverkehr in Hannover behindert.

Mira Neumaier, bei Verdi zuständig für den Verkehrsbereich, weist das zurück. Die entsprechende Mitteilung sei am Freitag ergangen, wenn auch entgegen ursprünglicher Planung erst am Abend. „Damit lag eine rechtzeitige Information vor“, sagt sie. Keinesfalls habe man die Fahrgäste treffen wollen, sondern das Unternehmen.

Üstra-Reisen hatte den Streik exklusiv; kein anderes Verkehrsunternehmen war außerdem von dem Ausstand betroffen. Der Grund: „Die Fahrer leisten, wenn sie im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden, dasselbe wie ihre Üstra-Kollegen. Sie bekommen allerdings monatlich bis zu 500 Euro weniger Gehalt“, sagt Neumaier. Diese Lücke zu schließen sei in den seit Februar andauernden Verhandlungen nicht gelungen.

Erneute Streiks sind möglich

Üstra-Reisen hat nach Angaben von Iwannek ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent plus einmalig 200 Euro für dieses und weitere 1,5 Prozent plus einmalig 150 Euro für das kommende Jahr als Tarifsteigerung geboten. Außerdem sei das Gehalt im Jahr 2013 schon einmal um zehn Prozent angehoben worden. Verdi will Steigerungen von mehr als fünf Prozent.

Die Öffentlichkeit in der City bekam von dem Ausstand etwas mit, weil rund drei Dutzend Busfahrer vor das Büro von Üstra-Reisen in der Nordmannpassage gezogen waren. Dort fand gestern die dritte Verhandlungsrunde statt, ohne dass es zu einer Annäherung gekommen wäre. „Es gab überhaupt kein neues Angebot des Arbeitgebers“, sagt Neumaier. Intern werde man nun beraten, wie es weitergeht. Dabei seien erneute Streiks der Busfahrer durchaus eine Option.

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