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Aus der Stadt Bußgeld für Leo Bittencourt
Hannover Aus der Stadt Bußgeld für Leo Bittencourt
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19:59 29.05.2015
Von Michael Zgoll
Auf der Vahrenwalder Straße erwischt: Leonardo Bittencourt. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Seine gestern von seinem Anwalt vorgetragene Einlassung, er habe an jenem Oktoberabend 2014 lediglich an einer Ampel gestanden und sei nicht gefahren, machte keinen Eindruck auf Jugendbußgeldrichterin Alena Fischer. Sie verließ sich auf die Aussagen von zwei Polizisten, dass Bittencourt sein Mobiltelefon nicht nur im Stand, sondern auch beim Fahren in der Hand gehalten habe.

Der Spieler von Hannover 96 hatte die Vahrenwalder Straße stadtauswärts befahren. Als er an einer roten Ampel halten musste, nahm er - wie er durchaus zugab - sein Telefon in die Hand, um zum Hören von gespeicherter MP3-Musik eine Bluetooth-Verbindung zum Autoradio herzustellen. Zu diesem Zeitpunkt, so seine schriftliche Stellungnahme, sei der Motor seines Mercedes ausgeschaltet gewesen. Anschließend habe er das Telefon beiseite gelegt.

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Was der Fußballer zu spät bemerkte: Auf der linken Spur neben ihm stand ein Streifenwagen. Und so konnten eine Polizeianwärterin und ein Beamter des Polizeikommissariats Nordstadt die Verteidigungsstrategie von Bittencourt problemlos aushebeln. Der Mann am Steuer, so sagten sie gestern übereinstimmend aus, habe das Handy auch noch bedient, als sein Wagen wieder rollte.

Diese Unterscheidung ist durchaus bedeutsam. So hatte das Oberlandesgericht Hamm im Oktober 2014 entschieden, dass Autofahrer ihr Telefon unterwegs in die Hand nehmen dürfen, wenn sie selbsttätig die Zündung ausgeschaltet haben - oder die Start-Stopp-Automatik ihres Wagens den Motor abschaltet. Das Telefonierverbot beziehe sich darauf, dass der Fahrer beide Hände für die „eigentlichen Fahraufgaben“ frei habe - diese fielen bei einem stehenden Auto aber nicht an.

70 Euro Bußgeld sind für Bittencourt sicher ein Betrag, den er verschmerzen kann. Der Profikicker hat allerdings ein anderes Problem: Er kassierte für eine Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit schon einmal ein Bußgeld, das ihm einen Eintrag in der Flensburger Verkehrssünderkartei und eine zwei Jahre währende Verlängerung der Probezeit für Führerscheinneulinge beschert haben soll. Mit dem erneuten Verstoß, der dem 21-Jährigen einen weiteren Punkt in Flensburg aufbürdet, drohen ihm eine schriftliche Verwarnung sowie die - empfohlene - Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung.

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