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Aus der Stadt Bußgeld regt Hundebesitzer in Hannover auf
Hannover Aus der Stadt Bußgeld regt Hundebesitzer in Hannover auf
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20:43 04.04.2011
Von Tobias Morchner
Marlies und Karl-Heinz Ballermann müssen ein Bußgeld in Höhe von 73 Euro bezahlen, weil sie auf dem offenen Bundeswehrübungsgelände in Isernhagen mit ihrem Hund den Weg verlassen haben.
Marlies und Karl-Heinz Ballermann müssen ein Bußgeld in Höhe von 73 Euro bezahlen, weil sie auf dem offenen Bundeswehrübungsgelände in Isernhagen mit ihrem Hund den Weg verlassen haben. Quelle: Martin Steiner
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Bei einer Kontrolle im Februar hatten Feldjäger auf dem Gelände das Ehepaar Ballermann aus Bothfeld beim Gassigehen mit seinem Hund auf einer Wiese angetroffen und, ohne vorherige Verwarnung oder Ermahnung, eine Strafe in Höhe von 73,50 Euro verhängt.

Auf HAZ.de wird über den Fall intensiv diskutiert. „Diese Kontrollen auf dem Truppenübungsplatz sind doch mehr als lächerlich. Wen stört es, wenn dort Hunde außerhalb der Übungszeiten frei rumlaufen“, schreibt ein Kommentator, der sich Kurti nennt. Es gibt aber auch Stimmen, die das Vorgehen der Feldjäger nachvollziehen können: „Es wird so getan, als wäre es ein Grundrecht, auf diesem Gebiet machen zu dürfen, was man will. Eine hundertprozentige Freigabe für die Bevölkerung hat es nie gegeben. Die Bürger haben sich die Freiheit einfach rausgenommen, dort zu tun, was sie wollen“, so ein anderer Onlinenutzer.

Die Bundeswehr beruft sich bei der Verhängung der Bußgelder auf den Paragraphen 114 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG). Darin heißt es: „Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen einem Verbot eine militärische Einrichtung oder Anlage betritt, die aus Sicherheitsgründen zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben der Bundeswehr gesperrt ist.“ Das Übungsgelände in Isernhagen-Süd darf während einer Übung der Bundeswehr nicht von der zivilen Bevölkerung betreten werden. Ist das Gelände gesperrt, ist dies durch eine an den Eingängen gehisste rote Fahne gekennzeichnet. Hängt die Fahne nicht am Mast, ist das Gelände grundsätzlich für alle zugänglich, allerdings nur auf den befestigten Wegen. Der Verstoß gegen die Vorschrift wurde im Fall Ballermann mit 50 Euro Bußgeld, plus 20 Euro Gebühren sowie 3,50 Euro Auslagen geahndet. Doch offensichtlich werden nicht alle Erwischten sofort zur Kasse gebeten. Denn andere Hundebesitzer, die der HAZ zum Teil namentlich bekannt sind, kamen mit einer Ermahnung davon. Die Bundeswehr wollte sich dazu nicht äußern.

Auch außerhalb militärischer Gebiete müssen Gassigeher unter bestimmten Umständen mit einem Bußgeld rechnen. Wer beispielsweise in einem Naturschutzgebiet der Region abseits der befestigten Wege mit seinem Hund auffällt, kann mit einer Geldstrafe zwischen 25 und 2000 Euro belegt werden. Im Stadtgebiet dürfen sich die Tiere und ihre Herrchen auf den sogenannten Hundeauslaufflächen frei bewegen. Derzeit gilt allerdings auch dort wegen der Brut- und Setzzeit der Vögel die Anleinpflicht. Ein Verstoß dagegen wird mit rund 70 Euro bestraft.

Andreas Schinkel 04.04.2011
Andreas Schinkel 04.04.2011