Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt "Sonst können Sie die Oper ganz zuschließen"
Hannover Aus der Stadt "Sonst können Sie die Oper ganz zuschließen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:19 15.12.2015
Teuflischer Kugelsegen: Max (Eric Laporte, links) und Samiel (Eva Verena Müller). Quelle: Jauk
Anzeige
Hannover

Die hannoversche CDU-Ratsfraktion fordert den städtischen Kulturdezernenten Harald Härke auf, bei der Oper „bei aller Freiheit für die Kunst dafür Sorge zu tragen, dass die Schätze, die uns Dichter und Komponisten hinterlassen haben, lebendig bleiben und nicht ins Niveaulose und Beliebige gezogen werden“. Damit reagiert der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Oliver Kiaman, auf die Premiere des „Freischütz“ am Wochenende, die das Werk sehr modern mit Verweisen auf Pegida und Fremdenfeindlichkeit umsetzt - und die heftige Reaktionen beim Publikum hervorgerufen hatte.

Entgegen der ursprünglichen Einschätzung sei die aktuelle Inszenierung des „Freischütz“ nicht für Heranwachsende unter 16 Jahren geeignet.

In einer Mitteilung Kiamans heißt es, man habe sich „in Hannover ja leider daran gewöhnt, dass die Staatsoper unserer Landeshauptstadt seit der Ära Puhlmann, mit Ausnahme von zwei Ballabenden pro Jahr, völlig frei von jeglichem Glanz ist“. Die Oper enthalte der Öffentlichkeit „mittels Verstümmelung, Verzerrung und Verfälschung“ Originalwerke vor und reduziere sich auf Provokation, dies sei „ein unsäglicher Kulturverlust“. Man müsse fragen, „wo der staatliche Bildungsauftrag hier überhaupt noch geblieben ist.“

Anzeige

Kulturdezernent Härke ist Aufsichtsratsmitglied des Staatstheaters, er müsse „durchgreifen“, fordert Kiaman. Sollte Härke dies nicht tun, könne er "die Oper ganz zuschließen".

lok

Mathias Klein 17.12.2015
Aus der Stadt Jaime-Lee Kriewitz im Interview - „Mein Outfit wird noch bunter“
17.12.2015