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Aus der Stadt „Eine groß angelegte Schikane der Autofahrer“
Hannover Aus der Stadt „Eine groß angelegte Schikane der Autofahrer“
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00:16 11.10.2013
Die hannoversche CDU kritisiert den morgigen Blitzmarathon. Er sei „nutzlos“ und eine „Schikane“. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Morgen veranstaltet die Polizei wieder ihren Blitzmarathon an den Straßenrändern – politische Kritik daran kommt jetzt erstmals aus der CDU. Eine „groß angelegte Schikane der Autofahrer“ nennt Petra Stittgen die Aktion. Sie ist Vorsitzende des Arbeitskreises der 13 hannoverschen CDU-Bezirksratsfraktionen und selbst aktiv im Bezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Sie findet den Blitzmarathon „nutzlos“.

Hier wird am Donnerstag geblitzt

Interaktive Karte: Der Blitzermarathon am 10. Oktober

Ab 6 Uhr werden Polizei und Kommunen aller Bundesländer die Geschwindigkeit aller motorisierten Verkehrsteilnehmer an zuvor angekündigten Punkten kontrollieren. Allein in Niedersachsen stehen die Beamten an 459 Stellen, vorwiegend an Landstraßen. „Damit wollen wir alle Verkehrsteilnehmer gerade zum Start in den Herbst noch einmal intensiv auf die Gefahren von zu hohem Tempo hinweisen“, sagt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.

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Blitzermarathon am 25. September in Hannover: 24 Stunden lang wurden Autofahrer in Hannover an Dutzenden Orten kontrolliert.

Genau diesen Effekt sieht die CDU-Bezirksratsfrau jedoch nicht. „Wir bezweifeln nachhaltig die Wirkung von Blitzaktionen für die Sicherheit im Straßenverkehr“, sagt Stittgen. Ihre Bezirksratsfraktion hatte in der jüngsten Sitzung die Ergebnisse des Blitzmarathons in ihrem Bezirk bei der Verwaltung angefragt. Die Polizei hatte daraufhin mitgeteilt, dass für die jeweiligen Stadtteile keine Einzelergebnisse vorlägen. „Im Umkehrschluss sind also keine Zahlen bekannt, die belegen, dass solche Großaktionen wirksam sind“, argumentiert Stittgen.

„Die Aktion hat ihre volle Berechtigung“, sagt hingegen SPD-Ratsmitglied Thomas Hermann. Er lobt, dass der bundesweite Aktionstag präventiv auf Gefahren im Verkehr aufmerksam mache. Ähnlich äußert sich auch der Fraktionsvize der Grünen, Michael Dette. „Nach meiner Einschätzung wird in Hannover oft zu schnell gefahren“, sagt Dette. Ein Tag, an dem gezielt kontrolliert werde, zeige den Autofahrern, dass ständiges Rasen nicht nötig sei. „Und da es alle vorher wissen, ist es auch keine Schikane.“

Dieser Meinung ist auch der ADAC. Der Automobilclub bewertet die vorherige Veröffentlichung der Messstellen als vorbildlich. „Der Blitzmarathon kann einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten“, sagt Ulrich Krämer, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Von Jörn Kiessler

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