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Aus der Stadt CDU und SPD sehen neue Markthalle als Chance
Hannover Aus der Stadt CDU und SPD sehen neue Markthalle als Chance
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00:16 24.07.2017
Von Conrad von Meding
„Könnte ein Magnet sein“: Ein erster Entwurf für das Projekt.   Quelle: Verein Stadtbaukultur
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Hannover

SPD-Baupolitiker Lars Kelich sagt, das promenadenartige Konzept könne eine Magnetwirkung entfalten, die Passanten in die Altstadt locke - „so wie die Ernst-August-Galerie am Bahnhof“ biete es „eine große Entwicklungschance für Innenstadt und Altstadt“. Die Verwaltung dürfe das Thema „nicht mit Verweis auf die Schwierigkeiten kleinreden“.

Eine Hamburger Investorenfamilie hat Interesse bekundet, den Plan des Vereins Hannoversche Stadtbaukultur umzusetzen, eine neue Markthalle zu errichten. Sie soll architektonisch die Ecktürme der kriegszerstörten Jugendstilhalle aufnehmen, dabei aber viel größer als das derzeitige Nachkriegsmodell werden. Das Gebäude soll auch Wohnungen bieten und sich bis in den Bereich erstrecken, in dem derzeit das abrissreife Bürgeramt Mitte am Köbelinger Markt steht. Es könnte in zwei Abschnitten errichtet werden, sodass die Standbetreiber vor Abriss der derzeitigen Halle umziehen könnten. Die Stadtverwaltung hat statt eines erwünschten Gesprächs mit dem Oberbürgermeister nur ein Gespräch mit der Denkmalpflege angeboten, um über Probleme zu reden - die derzeitige Markthalle steht unter Denkmalschutz.

An den neuen Entwürfen für die Markthalle scheiden sich die Geister. Das sagen die Hannoveraner.

CDU-Fraktionschef Jens Seidel sagt: „Wir bereiten jetzt die Bebauung des Köbelinger Marktes vor, deshalb ist es genau der richtige Zeitpunkt, über dieses Konzept zu reden.“ Die ablehnende Haltung im Rathaus sei nicht nachzuvollziehen. „Oberbürgermeister und Baudezernent müssen sich die Zeit nehmen, mit den Initiatoren zu reden“, fordert Seidel.

Auch SPD-Ratskollege Kelich ist dringend für Gespräche. Das Projekt könne „zu einer Aufwertung der Altstadt führen“. In welchem Architekturstil man bauen wolle, müsse geklärt werden, das Projekt müsse „in das städtebauliche Umfeld passen und eine Anziehungskraft im Umfeld entwickeln“. Dass die SPD so offen Kritik an der Stadtspitze äußert, ist ungewöhnlich.

Michael Zgoll 21.07.2017
Volker Wiedersheim 21.07.2017