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Aus der Stadt CDU will Albert-Schweitzer-Schule nicht an Hausbesetzer verkaufen
Hannover Aus der Stadt CDU will Albert-Schweitzer-Schule nicht an Hausbesetzer verkaufen
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00:15 20.03.2013
Von Andreas Schinkel
Steffen Mallast gehörte im Mai 2012 zu den Besetzern der Polizeiwache in der Gartenallee. Jetzt ist er Mitglied einer Baugruppe, die die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule in Linden erwerben will Quelle: Finn
Hannover

Unter den Mitgliedern der Baugruppe, die die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule in Linden erwerben will, befindet sich ein stadtbekannter Hausbesetzer. Steffen Mallast hat sich unter anderem an der Besetzung der leer stehenden Polizeiwache in der Gartenallee beteiligt. Die CDU ist empört und hat daher ihre Zustimmung zum Kaufvertrag zwischen Stadt und Baugruppe verweigert. „Eigentlich ist die Umnutzung des Schulgebäudes eine gute Idee, aber die Stadt sollte mit Hausbesetzern keine Geschäfte machen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Der Verkauf des Grundstücks zum Preis von 1,1 Millionen Euro hat am Donnerstagabend im vertraulichen Teil der Ratssitzung dennoch eine Mehrheit bekommen. Abgesehen von der CDU stimmten alle Fraktionen dafür.

Der 24-jährige Mallast ist Mitglied der Grünen, besitzt ein Mandat im Bezirksrat Linden-Limmer und mischt bei der „Kampagne Ahoi“ mit, einem Bündnis von Gegnern der sogenannten Gentrifizierung mit. Die Lindener Aktivisten wenden sich allgemein gegen den Bevölkerungswandel in ihrem Stadtteil, der ihrer Meinung nach vor allem durch steigende Mieten verursacht wird. Im Gespräch mit der HAZ erklärte Mallast, dass er Hausbesetzungen für ein geeignetes Mittel hält, das Viertel vor Luxussanierungen zu bewahren.

Jetzt geht Mallast offensichtlich selbst unter die Hauseigentümer. Die Baugruppe, deren Mitglied er ist, will aus der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule an der Fröbelstraße ein Areal mit Wohnungen für 60 Menschen machen. Auf 1,7 Millionen Euro kalkuliert die Gruppe die Kosten für die notwendigen umfangreichen baulichen Veränderungen. Finanziert wird das Vorhaben über einen Kredit, den die Bewohner über einen Zeitraum von 30 Jahren abbezahlen. Baugruppe bezeichnet ihr Vorhaben als „alternatives Wohnprojekt“.

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