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Aus der Stadt CDU will Osterfeuer eindämmen
Hannover Aus der Stadt CDU will Osterfeuer eindämmen
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10:34 07.04.2012
Von Frank Winternheimer
Zu hohe Luftverschmutzung: Die CDU setzt sich für weniger Osterfeuer ein. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Hannover

„Anwohner fühlen sich belästigt, weil oft auch Müll verbrannt wird und dadurch unangenehme Dämpfe entstehen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Zudem werde die Luft über alle Maßen mit Feinstaubpartikeln belastet. Auf der einen Seite habe die Stadt eine Umweltzone eingeführt, um nur noch schadstoffarme Autos in die City zu lassen, auf der anderen Seite erlaube sie jedes Jahr eine Vielzahl von offenen Feuern. „Da lösen sich die hehren Absichten des Umweltschutzes buchstäblich in Rauch auf“, meint Seidel.

Tatsächlich schnellen die Feinstaubwerte häufig kurz nach Ostern in die Höhe, gleiches gilt für die Tage nach dem Silvesterfeuerwerk. Allerdings hängt die Luftverschmutzung immer auch von der Wetterlage ab. Bei Trockenheit und ungünstiger Windrichtung steigt die Konzentration der winzigen Partikel im Stadtgebiet.

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Der Vorstoß der CDU-Fraktionsspitze provoziert heftige Kritik aus den eigenen Reihen. „Dass die CDU die Osterfeuer in dieser Stadt infrage stellt, ist ein Schlag ins Gesicht all jener Ehrenamtlichen, die diese Feuer meist organisieren“, wettert CDU-Bezirksratsherr Friedrich-Wilhelm Busse. Auch trügen die Veranstaltungen dazu bei, dass sich die Bürger in den Stadtteilen rund um die lodernden Flammen „vernetzen“. Die Forderung nach weniger Osterfeuern zeige, wie weit sich viele von den CDU-Mandatsträgern von den Interessen der Menschen vor Ort entfernt haben.

Die Rats-Grünen sehen die zahlreichen Osterfeuer ebenfalls mit Skepsis. Einmal im Jahr sei der Feuerzauber zwar tolerierbar, meint Fraktionsvize Michael Dette, langfristig jedoch sollten sich die Organisatoren Gedanken machen, ob sie ihre Veranstaltungen nicht zusammenfassen. „Das Spektakel ist für die Umwelt schädlich“, sagt Dette.

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