Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Christiana Berg wird Polizeichefin
Hannover Aus der Stadt Christiana Berg wird Polizeichefin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 04.04.2015
Von Jörn Kießler
Fährt gerne Motorrad: Christiana Berg ist neue Präsidentin der ZPD. Quelle: Michael Thomas
Anzeige
Hannover

Christiana Berg ist ein gründlicher Mensch. Ganz gleich ob in ihrer Freizeit oder auf ihrem neuen Posten als Präsidentin der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) in Hannover. Bevor die 56-Jährige handelt, will sie erst genau verstehen, womit sie es zu tun hat. „Als ich mir vor 19 Jahren meine Moto Guzzi gekauft habe, musste mir ein Freund erst einmal genau erklären, wie alles an der Maschine funktioniert“, sagt die leidenschaftliche Motorradfahrerin. „Ich wollte einfach wissen, wie ich was im Notfall selbst reparieren kann.“

Ähnlich hält es die Polizeidirektorin mit ihrem neuen Job an der Tannenbergallee in Hannover. „Ich werde jetzt sicher nicht direkt nach meinem Antritt anfangen, hier alles umzukrempeln“, sagt die ehemalige Leiterin der Polizeiinspektion Goslar. Vielmehr wolle sie das erste halbe Jahr nutzen, um alle Standorte der ZPD in Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Göttingen, Oldenburg und Osnabrück persönlich kennenzulernen.

Anzeige

Sehr viel Aufwand muss Berg dafür wahrscheinlich nicht betreiben. Durch ihren Posten als Dezernatsleitern für die Bereitschaftspolizei bei der ZPD und Leiterin der Bereitschaftspolizeiabteilung Braunschweig kennt sie schon große Teile der Behörde. Dazu kommt, dass die ambitionierte Freizeitsportlerin die Karriereleiter bei der Polizei komplett durchlaufen hat. Vor 34 Jahren begann sie in Braunschweig ihre Ausbildung für den mittleren Polizeidienst, besuchte in diesem Rahmen auch die Polizeiakademie in Hannoversch Münden. Später folgte das dreijährige Studium für den gehobenen Dienst. „Die Erfahrungen, die ich während dieser Zeit gesammelt habe, helfen mir natürlich bei meinen jetzigen Aufgaben“, sagt die 56-Jährige.

Auch die Tatsache, dass sie als Frau eine Behörde mit mehr als 1100 Einsatzkräften leitet, sieht sie als Vorteil. „Schon in meiner Zeit als Streifenpolizistin habe ich gemerkt, dass Männer oft sehr zielstrebig und schnell versuchen, Probleme zu lösen“, sagt Berg. „Manchmal ist es aber auch wichtig, dass man einfach ein offenes Ohr für die Mitarbeiter hat und ihnen zuhört.“ Dass die neue Chefin auch aus eigener Erfahrung die Belastungen der Bereitschaftspolizisten kennt, wird der Stimmung in der Behörde auch nicht schaden. Wenn niedersächsische Beamte am 7. und 8. Juni ihre bayerischen Kollegen beim G7-Gipfel in München unterstützen, kann sich ihre Chefin durch ihren eigenen Einsatz beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 durchaus in deren Situation hineinversetzen.

Neben diesem Großeinsatz sieht Berg die größten Herausforderungen ihrer Behörde in den kommenden Jahren im Ausbau der Datensicherheit, den IT-Projekten, mit denen die Polizei in Niedersachsen ihre Leistungsfähigkeit in diesem Bereich sichern will und der Etablierung des Digitalfunkes. „Zudem ist es wichtig, dass wir trotz der hohen Belastung bei Einsätzen während Fußballspielen, Pegida-Kundgebungen und Hogesa-Demos auch hinter diese Phänomene steigen und versuchen sie zu verstehen“, sagt Berg. Man kann davon ausgehen, dass sie das so gründlich angehen wird, wie das Schrauben an ihrem Motorrad.

Mathias Klein 01.04.2015
01.04.2015