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Aus der Stadt Matthias, wir wollen ein Selfie von Dir!
Hannover Aus der Stadt Matthias, wir wollen ein Selfie von Dir!
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20:58 09.02.2014
Von Heike Schmidt
Foto: Ein Star zum Anfassen in Hannover: Matthias Schweighöfer.
Ein Star zum Anfassen in Hannover: Matthias Schweighöfer. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Er kennt das Prozedere schon zur Genüge: Überall dort, wo Matthias Schweighöfer auftaucht, werden hundertfach die Smartphones gezückt. Und der Star zeigte sich auch im Cinemaxx in Hannover geduldig. Er fotografierte sich mit zahlreichen Fans - und die Fotos wurden sogleich via WhatsApp und Facebook in die Welt geschickt.

Eigentlich gehört Matthias Schweighöfer an diesem Mittag ins Bett. Der Schauspieler hat Fieber, trägt eine Schiene am rechten Knie, weil er sich im Urlaub den Meniskus abgerissen hat, und sieht auch sonst etwas blass um die Nase aus. Doch das stört um Punkt 12.04 Uhr niemanden im Cinemaxx am Raschplatz. Als „Matthias-wir-lieben-dich“-Schweighöfer auftritt, verfallen rund 2000 mehr oder minder junge Mädchen in kollektives Kreischen, dass dem lädierten Schauspieler eigentlich auch noch das Trommelfell platzen müsste. Aber was macht der? Er setzt sein Promotion-Tour-Gesicht auf und lässt sich routiniert feiern. Gemeinsam mit seinen Kollegen Friedrich Mücke und Tom Beck, den man mit Vollbart nicht auf Anhieb erkennt, ist der Schauspieler im Cinemaxx, um den neuen Film „Vaterfreuden“ zu promoten. Und da macht man eben, wenn es sich machen lässt, ein leidlich freundliches Gesicht.

Später wird Schweighöfer sagen, dass er sich in dem Moment gefühlt habe „wie ein Rockstar“. Und die Mädchen werden auf ihre Handys starren und mit verklärtem Blick das Foto mit ihrem Idol ansehen, auf dem Matthias Schweighöfer eben aussieht wie der nette, tapsige Nachbar, der irgendwie nichts hinbekommt, aber dabei so unwiderstehlich charmant sein kann. Würden sie genau hingucken, würden sie auch bemerken, dass der Schauspieler Schweighöfer beim Lachen nur einen Mundwinkel hochzieht und eher gequält als fröhlich guckt. Aber hey, wer weiß schon, wo die Rolle aufhört und Schweighöfer anfängt?

Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke und Tom Beck haben im Cinemaxx am Raschplatz ihren Film „Vaterfreuden" vorgestellt.

Doch zunächst haben die Ordner im Cinemaxx alle Hände voll zu tun, die Mädchenmasse in Schach zu halten. Da ist es gut, dass der eine oder andere stämmig gebaut ist, das hilft beim Körpereinsatz. Nachdem die drei Schauspieler Hunderte von Autogrammen gegeben haben, moderieren sie auch noch in den Kinos ihren Film an und ignorieren sogar das Gedrängel ihrer Tourmanagerin, die zum Aufbruch mahnt. Ja, sie sind schon nett, diese Jungs. Und sie tun wirklich fast alles, was ihr Publikum will. Etwa „O Tannenbaum“ singen. Oder Fotos machen. Viele Fotos.

Doch nach dem Trubel in den Kinos ist Matthias eher wieder Herr Schweighöfer. Ein müder, kranker Herr Schweighöfer. Er muss den Journalisten Fragen beantworten, die bei Promotiontouren eben so kommen. Weil ihm im Film sein Haustier, ein Frettchen, übel mitspielt, zum Beispiel die, welches Haustier er im echten Leben nie zu Hause dulden würde. Schweighöfer sagt: „Einen Wal.“ Und weil er im Film als fingierter Reporter die Frage stellt, was Glück ist, muss er sie im echten Leben jetzt beantworten. Er sagt: „Die Gesundheit meines Kindes.“ Ja, der Tag war mittags schon zu lang.

Seine Kollegen Mücke und Beck geben sich Mühe, für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen. Herr Beck zum Beispiel wollte eigentlich Musiker werden und hätte gerne einen Hund. „Aber da bin ich zeitlich zu eingeschränkt“, sagt er. Bitte, geht doch.
Ein paar Tage noch tingeln die drei von Kino zu Kino. Zu Hannover sagen sie: „So laut wie hier war es noch nie.“ Klar.

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