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Aus der Stadt City-Hotel wird nun doch kein Flüchtlingsheim
Hannover Aus der Stadt City-Hotel wird nun doch kein Flüchtlingsheim
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06:15 27.10.2012
Von Conrad von Meding
Foto: Das Hotel Flamme in der Lammstraße. Hier sollen Armutsflüchtlinge aus Rumänien und Bulgarien untergebracht werden.
Das Hotel Flamme in der Lammstraße. Hier sollen Armutsflüchtlinge aus Rumänien und Bulgarien untergebracht werden. Quelle: Christian Elsner
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Gegenüber der HAZ deutet ein Sprecher der Stadt an, der geforderte Mietpreis sei zu hoch gewesen. Der Investor allerdings sagt, er habe am Ende der Verhandlungen nur wenige Cent über dem üblichen Quadratmeter-Mietpreis für Wohnungen gelegen. Hannovers CDU-Ratsfraktion fordert nun ein „ganzheitliches Konzept“ für die Unterbringung von Flüchtlingen. Sie müssten gerecht auf das Stadtgebiet verteilt werden.

655 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt, 465 zusätzliche Hilfesuchende soll Hannover in diesem Jahr aufnehmen – so sieht es die Quote des Landes vor. Die Menschen kommen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, dem Iran, Serbien, Pakistan und Nordafrika, und mit jeder weltweiten Krise werden es mehr. Die Stadt sucht händeringend nach Unterkünften. Wie berichtet, soll jetzt auch in der Kirchröder Zweibrückener Straße eine Unterkunft eingerichtet werden, wenn dort das AWO-Seniorenheim auszieht.

Beim Cityhotel Flamme in der Lammstraße hatte die Nachricht, dass in dem Gebäude ein Asylheim untergebracht werden sollte, im September für viel Trubel gesorgt. „Wir sind froh, dass das jetzt ausgestanden ist“, sagte Mitbetreiber Manfred Erdmann am Abend. Der Investor, der den Hotelbetreibern das Gebäude abkaufen will und der Stadt zunächst als Flüchtlingsheim angeboten hat, will jetzt seine ursprünglichen Pläne weiterverfolgen und auf dem Grundstück Wohnungen bauen. Er hatte von der Stadt anfangs 2,8 Millionen Euro Miete für zehn Jahre verlangt, war dann aber im Preis stark runtergegangen. Er wollte den Vorgang am Mittwoch nicht mehr kommentieren.

Die CDU-Vertreterin im Ratsausschuss für Internationales, Georgia Jeschke, forderte am Mittwoch von der Stadt eine Evaluierung der bestehenden Flüchtlingsunterkünfte und ein transparentes Auswahlverfahren für neue Standorte. Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Integrationsbeiräte in den Stadtbezirken, den Bezirksmanagern und Kommunalpolitikern müsse nach geeigneten Orten für die Unterbringung der Flüchtlinge gesucht werden. Dabei könnten auch etwa Wohnungsgesellschaften, Vereine oder Runder Tische gegen Rassismus einbezogen werden. Durch eine Quotenzuordnung könne ein Ungleichgewicht in den Stadtteilen verhindert werden – schließlich machten auch Bund und Land mit Quotenregelungen gute Erfahrungen.

Stadtsprecher Dennis Dix allerdings verweist auf das von der Verwaltung vorgelegte Konzept, über das die Ratsgremien gerade beraten. Es klärt über die verschiedenen Arten von Unterkünften auf, legt allerdings keine Verteilkriterien für Stadtteile fest. Diese seien unpraktikabel, sagt Dix: Die Stadt müsse „sich bei der Unterbringungsaufgabe nach den Möglichkeiten richten, die sich bieten“.

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