Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ausschreitungen bei Nazi-Demo
Hannover Aus der Stadt Ausschreitungen bei Nazi-Demo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:38 18.05.2018
Auseinandersetzung am Steintor: Linke Störer treffen auf Rechtsradikale.
Auseinandersetzung am Steintor: Linke Störer treffen auf Rechtsradikale. Quelle: Christian Elsner
Anzeige
Hannover

 Rund 200 Demonstranten haben am Freitagnachmittag in der Innenstadt gegen eine Kundgebung von etwa einem Dutzend Rechtsradikaler protestiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Kurzzeitig kam es zu Ausschreitungen, bei denen mindestens ein Gegendemonstrant festgenommen wurde.  Insgesamt verlief der Einsatz friedlich.

Die Rechtsradikalen waren gegen 18.30 Uhr, mit 90 Minuten Verspätung, von der Polizei auf den Steintorplatz eskortiert worden. Dort wollten sie für die Teilnahme am sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ am 2. Juni in Goslar werben. Unter den Rechtsradikalen waren unter anderem Dieter Riefling, ein Neonazi aus Hildesheim, der kürzlich bei einer Veranstaltung für die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck als Redner aufgetreten war und Benjamin Krüger, der zu der inzwischen verbotenen Gruppierung Besseres Hannover gehört hat.

Großeinsatz der Polizei wegen Protesten gegen Kundgebung von Rechtsradikalen

Während eines Redebeitrags durchbrach ein Gegendemonstrant die Polizeiabsperrung und entriss einem Redner der Rechtsradikalen das Mikrofon. Die Polizei nahm ihn fest. 

Die Beamten, die mit zahlreichen Bullis, der Reiterstaffel und Diensthunden im Einsatz waren, verstärkten daraufhin den Schutz für die rechtsradikale Kundgebung. Nach etwa 45 Minuten beendete Dieter Riefling die Kundgebung, die eigentlich bis 22 Uhr gehen sollte. Die rechtsradikalen Demonstranten wurden anschließend von der Polizei zum Bahnhof begleitet. Zahlreiche Gegendemonstranten folgten den Einsatzkräften. Die Polizei blieb so lange bei den Rechtsradikalen, bis diese ihren Zug in Richtung Bad Harzburg erreicht hatten. Dann war auch für sie der Einsatz beendet.

Von Tobias Morchner