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Aus der Stadt Cityhändler empört über Fußballchaos
Hannover Aus der Stadt Cityhändler empört über Fußballchaos
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22:08 14.02.2012
Von Tobias Morchner
Im „Dublin Inn“ wollen sich die Fußballfans versammeln. Quelle: Surrey
Hannover

Die Polizei hatte Anfang der Woche erklärt, dass sie wegen des Spieles am Donnerstag mit einem massiven Aufgebot in der City vertreten sein wird, notfalls auch mit Wasserwerfern. Die Einsätzkräfte wollen verhindern, dass die 3200 belgischen Fans, die am Donnerstag anreisen wollen, und Anhänger von Hannover 96 in der Altstadt zusammentreffen. Im Internet haben die Anhänger des FC Brügge angekündigt, die Stunden vor dem Spiel in einer irischen Kneipe an der Marktkirche verbringen zu wollen.

Geschäftsleute in der City sehen dem Tag mit großer Sorge entgegen. „Es kann doch nicht sein, dass Fußballfans das Geschäft der Einzelhändler dermaßen bestimmen und man Geschäfte aus Sorge vor Randale freiwillig schließt, nur um keine größeren Schäden davon zu tragen“, sagt Henning Meyer vom Juwelier Kaesemann in der Kramerstraße. Auch Melanie Mitschke, Inhaberin des Geschäfts „BBP Pret-à-Porter“, klagt: „Das ist absolut geschäftsschädigend, am Nachmittag kann ich meinen Laden eigentlich dicht machen, weil sowieso keine Kunden zu uns kommen werden.“

Die Polizei stuft die Partie am Donnerstag als „besonderes Risikospiel“ ein, weil die belgischen Fans für ihre hohe Gewaltbereitschaft bekannt sind.

Die Einzelhändler üben auch grundsätzliche Kritik. „Die Altstadt hat sich zu einem Treffpunkt für Hooligans und sogenannte Ultras entwickelt und die Stadt unternimmt nichts“, kritisiert Henning Meyer. „Die Geschäftsleute hier haben bereits Unterschriften gesammelt, um die Stadt auf die Probleme mit den Fußballfans aufmerksam zu machen, doch es ist nichts passiert“, sagt die Designerin Rike Winterberg, die ihren Laden ebenfalls in der Kramerstraße hat. Ihr geht es nicht nur um die internationalen Spiele der Roten. Vielmehr machen ihr auch die Bundesligapartien an den Wochenenden zu schaffen. „Einige Wirte verkaufen für wenig Geld Bier in Pappbechern – das zieht die Fußballfans an und hinterher sieht die Straße aus wie eine Müllhalde“, sagt Winterberg. „Früher hat die Polizei die Fans an Spieltagen immer um die Altstadt herum ins Stadion geleitet, das war für uns wesentlich besser“, erinnert sich Geschäftsfrau Melanie Mitschke. Juwelier Meyer hat einen anderen Vorschlag: „Eigentlich müsste man an einem Spieltag die Altstadt zur Bannmeile für Fußballfans erklären, aber leider scheint das von der Verwaltung nicht gewünscht zu sein.“

Im „Dublin Inn“, jener Kneipe, die von den Belgiern zum Treffpunkt erkoren wurde, gibt man sich unterdessen etwas gelassener. „Es ist nicht das erste Mal, dass sich gegnerische Fußballfans bei uns aufhalten“, sagt Mitgeschäftsführer Vincent O’Connor. Er vertraut auch am Donnerstag auf die Hilfe der Polizei. „Die werden hoffentlich das meiste abfangen“, sagt der Wirt. Auseinandersetzungen zwischen Fans der Roten und denen aus Brügge in seinem Lokal befürchtet O’Connor hingegen nicht: „Die Ultras von 96 haben bei uns bereits seit Jahren Hausverbot, weil es mit ihnen immer Ärger gegeben hat, und das wissen sie auch.“

Eher unproblematisch schätzt Karl Lang, der Inhaber der Buchhandlung an der Marktkirche, die Situation am Spieltag in der Altstadt ein: „Wir haben die Fans aus Lüttich und die aus Kopenhagen überlebt, wir werden auch mit denen aus Brügge fertig“, glaubt er.

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