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Aus der Stadt „Conti-Kollegen zeigen ihre Wut“
Hannover Aus der Stadt „Conti-Kollegen zeigen ihre Wut“
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19:50 02.04.2009
Von Lars Ruzic
Wütende Kollegen: Mitarbeiter der Conti Quelle: Michael Thomas
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„Die Kollegen werden zeigen, welche Wut sie haben“, kündigte der französische Betriebsratschef Pierre Rubeck am Donnerstag bei einem Treffen von Arbeitnehmervertretern beider Länder in Hannover an.

Künftig wollen die Betriebsräte in Deutschland und Frankreich ihren Widerstand enger verzahnen, schweigen sich über konkrete Maßnahmen jedoch aus. „Unser Waffenschrank ist noch nicht leer“, sagte der Chef des Euro-Betriebsrats von Conti, Jörg Schustereit. Er deutete allerdings an, dass auch andere Werke mit einbezogen werden könnten. Streiks wie in Frankreich schließe das deutsche Recht allerdings aus. Conti will zum Jahresende die Lkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken mit 780 Beschäftigten sowie das Pkw-Reifenwerk im nordfranzösischen Clairoix mit 1120 Mitarbeitern schließen.

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Rubeck nannte die Maßnahmen „ein soziales Desaster“ und beschimpfte die Conti-Vorstände als „Finanzgangster“. Er forderte eine stärkere Unterstützung der Politik. „Wir wollen mehr als Worte, wir wollen Taten.“ In Frankreich hatte sich die Regierungsspitze bis hin zu Präsident Nicolas Sarkozy bereits kritisch zu den Schließungsplänen geäußert. Auch hierzulande würden die Schließungspläne mit Sorge betrachtet, berichtete der stellvertretende Betriebsratschef in Stöcken, Michael Deister. Weil Conti als Erster in der Krise ein Werk schließen wolle, befürchte die Politik einen „Dammbruch“.

l Schaeffler gewinnt Zeit: Die Gläubigerbanken wollen dem schwer angeschlagenen Continental-Großaktionär Schaeffler mehr Zeit und Geld zugestehen. Eine Liquiditätshilfe von rund 500 Millionen Euro sei auf dem Weg, aber noch nicht unter Dach und Fach, hieß es am Donnerstag aus Branchenkreisen. Die Banken hätten sich auf die Details geeinigt. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ soll die Hilfe sechs Monate laufen, die Banken erwarteten von Schaeffler binnen drei bis fünf Monaten eine Lösung. Schaeffler hätte damit mehr Zeit für sein Sanierungskonzept.

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