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Aus der Stadt Conti gibt Gummi - auch für Laufschuhe
Hannover Aus der Stadt Conti gibt Gummi - auch für Laufschuhe
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00:15 15.03.2015
Lisa und Anna Hahner sowie Wilson Kipsang glänzen mit der Conti-Sohle auf der Marathon-Distanz.
Lisa und Anna Hahner sowie Wilson Kipsang glänzen mit der Conti-Sohle auf der Marathon-Distanz.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Mit einem Satz springt Alexander Schauer über die Brüstungen am Andreas-Hermes-Platz. Ganz groß im Fokus: sein Schuh auf dem Geländer. Rasend schnell hüpft er am Kröpcke über gelbe Briefkästen, durch die Sophienstraße, an Bahnstrecken vorbei und ab in den Wald.

Der Reifenhersteller besohlt jetzt auch Schuhe von Adidas.

Wieder ganz groß: die Schuhe an seinen Füßen. Sprung auf Sprung flitzt er durch die City, immer dicht gefolgt von einem PS-starken Multivan. Zum Stehen kommt Schauer erst auf der Autoreifen-Teststrecke des Contidroms. Einmal in Fahrt kann ihn eigentlich nichts stoppen.

Die Botschaft ist klar: Der Schuh macht den Unterschied. Da bleibt selbst Alexander Schauer, Parcourläufer von Weltrang, nur die Nebenrolle. Im neuen Werbeclip der „Get Your Grip“-Kampagne von Continental dreht sich alles nur um eins: die Schuhsohle.

„Was für Autoreifen gilt, gilt auch für Sportschuhe. Je besser die Bodenhaftung, desto schneller kommt man voran“, sagt Konstantin Efimov, der als Materialentwickler für Continental arbeitet. Efimov kreiert eigentlich die beste Gummimischung für Autoreifen. Seit 2007 tüftelt er zusätzlich noch an der perfekten Rezeptur für Sportschuhsohlen von Adidas. Im Grundsatz sei die Mischung für Reifen wie Sohlen gleich, so der Chemiker. Einige Stoffe, die im Autoreifen dazugehören, sind in Sportschuhen allerdings nicht erlaubt. Efimov scherzt: „Aus der Reifenmischung kann zwar keine Schuhsohle werden, umgekehrt klappt das aber theoretisch schon.“ Eine Gemeinsamkeit hätten die Gemische auf jeden Fall: die geheime Zutat, die Continental-Reifen weltweit so erfolgreich macht.

Neu sind die Adidas-Treter mit Continental-Emblem nicht mehr. Seit 2011 wurden bereits mehr als 80 Modelle aus dieser Kooperation auf den Markt gebracht. Stolz sind die Gummifabrikanten allerdings darauf, dass die besondere Bodenhaftung mittlerweile herausragende Erfolge ermöglicht hat. 2013 verbesserte in Berlin der Kenianer Wilson Kipsang auf Sohlen von Continental den Weltrekord im Marathon. Für ein Jahr waren damit auch die Conti-Sohlen an der Spitze der Marathon-Welt angelangt. Weitere Landsmänner von Kipsang gewannen mit ihnen in Hannover, Tokio und London und stellten neue Streckenrekorde auf.

Um 30 Prozent könne die Leistung mithilfe der Conti-Sohlen gesteigert werden, sagen die Entwickler. Für jeden Schritt bedeutet das ein bis zwei Millimeter weniger Rutschen. Hochgerechnet auf 42 Kilometer kann das einen Unterschied machen und die entscheidenden Sekunden für den Sieg bedeuten. Doch Messwerte allein, machen einen Schuh nicht schön. Das Gefühl muss stimmen.

Wie sehr dieses Gefühl stimmt, betonen Lisa und Anna Hahner immer wieder gern. Die „Marathon-Zwillinge“ setzen auf die Schuhe mit den speziellen Sohlen aus Hannover. „Wir haben viele Schuhe, aber mit diesen fühlt man sich schon schnell bevor man losläuft“, sagt Lisa Hahner begeistert und ihre Schwester ergänzt: „Je schwieriger die Bedingungen, desto größer ist der Vorteil.“ Denn vor allem bei Nässe, in Kurven oder auf Kopfsteinpflaster zahlen sich die Conti-Sohlen aus, frohlocken die Nachwuchstalente.

Ob das die Bedingungen sind, die die „Hahner-Twins“ bei den Olympischen Spielen in Brasilien erwarten, will niemand hoffen. Beim Hannover-Marathon am 19. April kann Lisa aber vielleicht gerade damit punkten.

Von Niklas Kleinwächter

Saskia Döhner 15.03.2015
Tobias Morchner 15.03.2015
Mathias Klein 13.03.2015