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Aus der Stadt Vergleich bringt Croupier einen letzten Gewinn
Hannover Aus der Stadt Vergleich bringt Croupier einen letzten Gewinn
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10:08 20.02.2015
Von Michael Zgoll
Angestellter unter Verdacht: Ein 500 Euro Jeton soll in der Spielbank am Raschplatz verschwunden sein. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Das Amtsgericht Hannover hatte den 50-Jährigen wegen Diebstahls bereits vor einem Jahr zu einer Geldstrafe von 1350  Euro verurteilt, in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht wurde die Strafe lediglich auf 750 Euro reduziert. Beim Arbeitsgericht Hannover war der frühere Angestellte der Spielbank am Raschplatz mit der Forderung gescheitert, seine Kündigung rückgängig zu machen, jetzt versuchte er es beim Landesarbeitsgericht – und durfte noch einen letzten Gewinn von 6000  Euro einstreichen.

Ein Gast hatte im Januar 2013 beobachtet, wie der Croupier beim Wechseln von Jetons einen violetten 500-Euro-Chip in der Handinnenfläche und kurz darauf in seinem Sakko verschwinden ließ. Nach Ansicht der Spielbank wurde dies auch durch Bilder einer Überwachungskamera belegt. Der Angestellte, der die Tat bis heute leugnet, hatte eingewandt, die Videoaufnahme sei unscharf und könne den Diebstahl keinesfalls belegen. Doch konnte er mit dieser Sichtweise bislang bei keinem Gericht punkten.

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Auch Ulrich Kubicki, Vorsitzender Richter der 5. Kammer des Landesarbeitsgerichts, deutete schon in einem frühen Stadium der gestrigen Verhandlung an, dass sich der Croupier von der erneuten Betrachtung des Überwachungsvideos nicht zu viel versprechen solle – die Aufnahmen seien tatsächlich unscharf. Auch reiche im Arbeitsrecht ein dringender Tatverdacht für eine Kündigung aus. Schließlich ging der 50-Jährige unter gutem Zureden seines Anwalts Albrecht-Paul Wegener über die goldene Brücke eines Vergleichs, die das Gericht ihm gebaut hatte. Auch die Verantwortlichen der Spielbank willigten ein, die fristlose Kündigung des Croupiers in eine fristgerechte umzuwandeln und ihm eine Abfindung von zwei Monatsgehältern zu zahlen. Was seine Jobaussichten in einer niedersächsischen Spielbank angeht, heißt es aber künftig: Nichts geht mehr.

Andreas Schinkel 22.02.2015
20.02.2015
Michael Zgoll 22.02.2015