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Aus der Stadt DNA an Keks entlarvt Einbrecher
Hannover Aus der Stadt DNA an Keks entlarvt Einbrecher
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00:16 13.06.2015
Von Michael Zgoll
Foto: Seine DNA an einem Keks hat einen Einbrecher in Hannover überführt.
Seine DNA an einem Keks hat einen Einbrecher in Hannover überführt. Quelle: Archiv
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Hannover

Ansonsten war C. im August 2013 nicht allzu wählerisch bei seinem Blumenladen-Einbruch. Er sackte neben 360 Euro Bargeld aus Trinkgeldschwein und Kasse auch Laptop, Handy und Kamera ein, verschmähte aber ebenso wenig Dekoartikel und Rosenschere. Der Keks allerdings, rund und trocken, schien ihm nicht zu munden. Auf einem Tisch blieb, unübersehbar, ein Halbmond zurück.

In einem Verfahren vor dem Amtsgericht Hannover wurde der 35-Jährige jetzt von einem Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Mehr noch als der Einbruch in dem Blumengeschäft schlug in diesem Prozess eine zweite Tat zu Buche: C. war in Vahrenwald mit einem Kilo Marihuana aufgegriffen worden, das er in einer Tüte bei sich trug. Auch steckte ein Messer in seiner Hosentasche, was sich in solchen Fällen immer strafverschärfend auswirkt.

Ein Sachverständiger hatte die Wahrscheinlichkeit, dass man einen weiteren Menschen mit der gleichen Erbgutinformation wie C. findet, auf 1:558 Billionen beziffert. Mithilfe der DNA-Analyse sah es das Gericht somit als erwiesen an, dass der 35-Jährige am Tatort genascht hatte. Ein konkreter Nachweis des Einbruchdiebstahls wäre aber möglicherweise schwierig geworden, schließlich hätte Jacek C. auch zufällig den bereits ausgeraubten Laden betreten und in den Keks gebissen haben können. Doch hier machte es der Angeklagte den Richtern leicht: Er legte ein Geständnis ab.

Jörn Kießler 13.06.2015
Michael Zgoll 13.06.2015
Mathias Klein 13.06.2015