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Aus der Stadt DRK-Vorstand in Hannover wirft nach Turbulenzen hin
Hannover Aus der Stadt DRK-Vorstand in Hannover wirft nach Turbulenzen hin
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17:28 22.12.2011
Von Mathias Klein
Wurde mit gespendeten Lebensmitteln in der Suppenküche Handel betrieben? Quelle: Surrey
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Hannover

Die Turbulenzen beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hannover reißen nicht ab. Verbittert und tief enttäuscht vom Verhalten des DRK-Regionsverbandes ist nach nur zehn Wochen im Amt der Vorsitzende des mitgliederstarken DRK-Ortsvereins Hannover-West, Wilfried Lindwedel, zurückgetreten. Gleichzeitig reichte auch seine Stellvertreterin, Annette Märtens, ihre Kündigung ein. Die Kassiererin des Ortsverbandes, Heike Tschernich, hatte bereits vor einigen Tagen ihr Amt abgeben. Ihr Motiv war ebenfalls die große Unzufriedenheit mit dem DRK-Regionsverband.

Linwedel und Märtens begründen ihren Schritt in einem dreiseitigen Brief. Darin erheben sie gegen den Regionsverband der Hilfsorganisation neue schwere Vorwürfe. Sie seien von hauptamtlichen Mitarbeitern der Abteilung „Soziales“ in ihrer kurzen Amtszeit ständig „belogen“ worden.

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Nach Angaben von Lindwedel und Märtens soll in der ehemaligen DRK-Suppenküche für Bedürftige in der Rampenstraße „mit verschiedenen Gastronomiebetrieben ein schwunghafter Handel mit gespendeten Lebensmitteln“ betrieben worden sein. In einem der Jahresabschlüsse ist nach ihren Angaben ein Gewinn von mehr als 14.000 Euro durch den Verkauf von Lebensmitteln aufgeführt worden.

In Sachen Rampenstraße ermittelt seit einigen Wochen auch die Polizei. Sie prüft Vorwürfe, dass der frühere stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins dort während der Öffnungszeiten mit Drogen gehandelt haben soll.

Am Mittwoch sind auch Details zu der Mitgliederversammlung des Ortsvereins-West bekannt geworden, in der Lindwedel, Märtens und Tschernich gewählt wurden. Der bisherige Vorsitzende berichtet, dass bei dem Treffen im Haus des DRK-Regionsverbandes außer einem ehrenamtlichen Helfer aus dem Ortsverein nur hauptamtliche Mitarbeiter des DRK-Regionsverbandes anwesend gewesen seien. Einige der hauptamtlichen Mitarbeiter kämen aber aus dem Umland und seien nicht Mitglied im Ortsverein Hannover-West, schreibt Lindwedel.

Jetzt erhebt er außerdem den Vorwurf, das DRK gehe sehr sorglos mit den Beiträgen seiner Mitglieder um. Zu einem Kongress des DRK im Oktober in Münster sei beispielsweise ein Kleinbus des DRK aus Garbsen mit insgesamt neun Sitzplätzen in die westfälische Stadt gefahren. Acht Plätze in dem Wagen blieben leer, die Teilnehmer des DRK aus dem Regionsverband seien stattdessen mit dem Zug unterwegs gewesen.

Der neue Vorstand hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Suppenküche in der Rampenstraße wieder zu öffnen und dort Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Das war ihm jedoch vom DRK-Regionsverband verwehrt worden. Stattdessen sollten die Ehrenamtlichen in Mühlenberg die Jugendarbeit übernehmen und Bürgern beim Ausfüllen von Formularen helfen.

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