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Aus der Stadt Darum läutete heute die Glocke der Marktkirche so häufig
Hannover Aus der Stadt Darum läutete heute die Glocke der Marktkirche so häufig
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16:43 17.05.2017
Blick in den Glockenturm der Marktkirche.
Blick in den Glockenturm der Marktkirche. Quelle: Silas Stein
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Hannover

Die Erklärung für das ungewöhnliche Läuten weit über eine halbe Stunde lang lieferte Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann: "Eine unserer Glocken muss gestimmt werden", sagte sie. Dafür sei ein Glockenstimmer geholt worden. Am Vormittag und am Mittag war immer wieder das langanhaltende Läuten der Glocke zu hören gewesen. Die Marktkirche ist die zentrale Kirche in der Altstadt.

Zuvor hatte ein anonymer Glockenkenner bemerkt, dass die große Christusglocke im Turm der Marktkirche unregelmäßig anschlug. Er informierte daraufhin Andreas Philipp, den Glockensachverständigen der Evangelischen Landeskirche Hannover. "So eine große Glocke ist sehr sprunggefährdet. Deshalb muss man auch bei kleineren Unregelmäßigkeiten im Klang vorsichtig sein", sagte er. Deshalb schickte der Göttinger Experte ein Wartungsteam zur Marktkirche, das die Glocke wieder korrekt justierte - und probeweise läutete. Normalerweise werden die insgesamt 14 Glocken der Marktkirche einmal jährlich begutachtet und alle zwei Jahre ausführlich gewartet.

Im Turm der Marktkirche ist der Klöppel der Friedensglocke abgebrochen. Das rund 350 Kilogramm schwere Stahlteil schlug auf dem Holzboden einer Zwischendecke auf und zertrümmerte dort einen massiven Holzbalken.

Wie wichtig die Wartung der Glocken ist, zeigte vor einigen Jahren ein Unglück im Glockenturm der Marktkirche. Im Oktober 2014 war der 350 Kilogramm schwere Klöppel der Friedensglocke abgebrochen – aufgrund von Materialermüdung. 

Unglücke dieser Art sind gar nicht so selten: Am Dreikönigstag 2011 brach beim Läuten der Klöppel des „Dicken Pitter“ im Kölner Dom. Mit 24 Tonnen Gewicht ist der berühmte „Dicke Pitter“ eine der größten Glocken der Welt. Der Aufprall des rund 600 Kilogramm schweren Klöppels war so gewaltig, dass mehrere Erdbebenmessstationen die Erschütterung registrierten.

dpa/frs/be