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Aus der Stadt Das Aufräumen nach dem Sturm
Hannover Aus der Stadt Das Aufräumen nach dem Sturm
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00:15 04.04.2015
Zwei große Tannen sind in Oberricklingen auf das Gelände der Kita St. Thomas gefallen. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Während sich die Situation im Schienenverkehr bereits früh am Morgen weitgehend entspannt hatte, beklagen die Eilenriede-Förster den Verlust von 150 Bäumen. Das Klärwerk Herrenhausen war wegen eines Baumsturzes nicht erreichbar. In Oberricklingen mussten 95 Kita-Kinder zu Hause bleiben, weil Bäume auf das Gebäude zu stürzen drohten. Mittwoch war der Tag der Aufräumarbeiten.

Insgesamt 329 Einsätze verzeichnet das Tagesprotokoll der Feuerwehr am Tag des Orkans - bis 22.30 Uhr waren 456 Feuerwehrleute ohne Pause im Einsatz gewesen. Am Mittwoch schlug dagegen die Stunde der Dachdecker und Baumpflegedienste. Sie sicherten Dächer, ersetzten Ziegel, griffen zur Motorsäge oder rückten mit Bagger und Lastwagen überall dort an, wo der Sturm ganze Bäume ausgerissen hatte.

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In Oberricklingen hatte es die ­St.-Thomas-Kita besonders heftig getroffen. Mehrere Nadelbäume waren auf das Gelände gestürzt, der Sandkasten am Haus war unter den Zweigen verschwunden, die Sonnenmarkise bekam einen Treffer ab. „Die Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität, darum haben wir die Eltern am Dienstagabend informiert, dass die Kita am Mittwoch geschlossen bleibt“, sagt Ellen Kobbert, stellvertretende Leiterin der Kita. Nachbar Ulrich Pölchen, auf dessen Grundstück die bis zu 25 Meter hohen Bäume gestanden hatten, legte selbst Hand an und machte Kleinholz. Heute soll die Kita wieder öffnen.

Die Bilder zum Aufräumen nach dem Sturm in Hannover

Die Feuerwehr musste am Mittwoch nur noch neunmal wegen des Sturmtiefes ausrücken. „Unter anderem lag ein Baum quer vor der Einfahrt des Klärwerks in Herrenhausen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Ein weiterer Baum musste von einem Carport geräumt, eine Satellitenschüssel gesichert werden.

Im rund 650 Hektar großen Stadtwald knickten die Orkanböen nach Angaben von Forstbetriebsleiter Felix Bettin etwa 150 Bäume ab. „Dadurch, dass es in den zwei Tagen davor geregnet hatte und der Boden aufgeweicht war, stürzten selbst tief wurzelnde Buchen um“, sagt Bettin. Fast wäre ein Forstwirt bei den Aufräumarbeiten von einer Lärche erschlagen worden - er konnte sich aber mit einem beherzten Sprung in letzter Sekunde retten. Demoliert wurde allerdings ein Schlepper.

Auch in den kommenden Tagen rät der Forstbetriebsleiter von Spaziergängen in der Eilenriede ab: „Es können immer abgebrochene Baumkronen oder Äste herabstürzen.“ 25 Forstwirte arbeiten daran, Bruchholz zu entfernen. Das Forstamt werde das Holz jetzt unter anderem dafür nutzen, um Brücken oder Holzbänke zu produzieren.

Der Zugverkehr normalisierte sich seit dem Morgen nach und nach - Verspätungen gab es aber tagsüber noch reichlich. Nachdem am Vorabend am Hauptbahnhof alle Verbindungen gestoppt worden waren, übernachteten rund 1000 Reisende in drei beheizten IC-Zügen, die die Bahn auf den Gleisen 3, 4 und 10 bereitgestellt hatte.

Von Jan Helge Petri, Jörn Kießler und Volker Wiedersheim

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