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Aus der Stadt Das Problem mit den Überstunden bei Ärzten
Hannover Aus der Stadt Das Problem mit den Überstunden bei Ärzten
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21:25 02.10.2009
Von Veronika Thomas
„Die Belastungen sind sehr hoch“: In vielen Kliniken bestimmen Personalknappheit und Arbeitsverdichtung den Alltag. Quelle: Thomas

Bei der kollektiven Kündigung von sechs Assistenzärzten der chirurgischen Klinik im Krankenhaus Großburgwedel handelt es sich offenbar um einen Sonderfall. Die Mediziner hatten aufgrund einer ungeklärten Überstundenregelung ihre Arbeitsverträge gelöst. „In allen Bereichen des Klinikums sind die Belastungen für das Personal sehr hoch“, sagt Friedo Weh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats des Klinikums Region Hannover (KRH), zu dem auch das Klinikum Großburgwedel gehört. Einen vergleichbaren Konflikt gebe es aber an keinem der weiteren zwölf zum KRH gehörenden Krankenhäuser. Von der KRH-Geschäftsführung und dem Klinikdirektorium in Großburgwedel heißt es unterdessen, man sei mit allen Beteiligten im Gespräch, um den Konflikt zu lösen.

Wie berichtet, hatten am Dienstag alle sechs Assistenzärzte der chirurgischen Klinik im Krankhaus Großburgwedel zum Jahresende gekündigt. Grund sind Unstimmigkeiten über die Vergütung von Überstunden. „Man muss die Anliegen der betroffenen Ärzte ernst nehmen und alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um schnell zu einer Lösung zu kommen“, fordert der Betriebsrat. Das sagt auch Prof. Wolfgang Greiner, der als Vertreter der CDU im Aufsichtsrat des KRH vertreten ist. „Wir brauchen schnelle Verhandlungen mit den Betroffenen, damit die Probleme aus der Welt geschafft werden können“, sagt Greiner. Die anerkannt hohe Qualität der Versorgung in Großburgwedel dürfe nicht gefährdet werden. „Hier ist offenbar wochenlang ein lösbarer Konflikt nicht richtig ernst genommen worden.“

Personalknappheit, Arbeitsverdichtung, Nacht- und Wochenenddienste sowie Überstunden bestimmen seit Jahren den Arbeitsalltag des Klinikpersonals. „Es müssen nur zwei Leute krank werden, schon kommt die ganze Personalplanung einer Abteilung ins Wanken“, sagt ein Arzt, der seinen Namen nicht nennen möchte. Dann komme es zwangsläufig zu Überstunden.

„Natürlich fallen auch bei uns Überstunden an“, sagt Jens Albrecht, ärztlicher Direktor des Vinzenzkrankenhauses. Sie würden in der Regel durch Freizeit abgegolten, schon aus steuerlichen Gründen. Außerdem werde versucht, Mehrarbeit durch Dienstpläne und Arbeitszeitmodelle gar nicht erst entstehen zu lassen. Um Personalengpässe zu vermeiden, würden Langzeitkranke beispielsweise durch befristete Einstellungen kompensiert.

In der Medizinischen Hochschule (MHH) arbeiten Präsidium und Personalrat derzeit an einer Rahmendienstvereinbarung, damit Überstunden gar nicht angehäuft werden können. „Wir sind mittendrin in den Verhandlungen. Über einen Teil der Kliniken haben wir schon verhandelt“, sagt Simon Brandmaier, MHH-Personalratsvorsitzender. Voraussetzung seien tarifkonforme Grunddienstpläne. Für die meisten Ärzte der MHH kämen aber noch die Bereiche Forschung und Lehre hinzu, sodass sich zwangsläufig längere Arbeitstage ergäben. „Das ist ein Graubereich“, erklärt Brandmaier. Inzwischen reife aber bei vielen MHH-Beschäftigten die Erkenntnis, dass die Arbeitskraft für ein ganzes Leben reichen müsse. Nicht nur für die Jahre zwischen 25 und 40.

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