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Aus der Stadt Das Rathaus aus Wurst gewinnt den Titel
Hannover Aus der Stadt Das Rathaus aus Wurst gewinnt den Titel
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00:15 03.03.2015
Die Sieger der Schulmeisterschaft Lebensmittelhandwerk zeigen ihre Wettbewerbsbeiträge. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Catharine Fey hat ein gewisses Risiko auf sich genommen. Freihändig zeichnet sie eine Nana auf die weiche Zuckermasse. Danach erst hebt sie den Fondant über den Kuchen. Braucht sie zu lange, wird die Zuckermasse trocken und kann reißen. Hebt sie ihn nicht korrekt über den Kuchen, wird die Nana verzerrt. Am Ende ist alles gut gegangen, und das Risiko wird belohnt. Catharine Fey, die eine Ausbildung zur Konditorin bei Marché Mövenpick absolviert, gewann am Sonnabend in dieser Kategorie die Schulmeisterschaft im Lebensmittelhandwerk.

Zum vierten Mal organisierte die Berufsbildende Schule 2 der Region Hannover diesen Wettbewerb. Neben angehenden Konditoren traten auch noch zukünftige Bäcker, Fleischer und baldige Fachverkäufer für Back- oder Fleischwaren gegeneinander an. Unter dem Titel „Hannover im Herzen Europas!“ zeigten insgesamt 30 Auszubildende, was sie können.     

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Bei der hannoverschen Schulmeisterschaft im Lebensmittelhandwerk haben 30 Auszubildende ihr Können gezeigt. In der Berufsbildenden Schule 2 präsentierten die angehenden Konditoren, Bäcker, Fleischer und Fachverkäufer für Back- oder Fleischwaren teilweise spektakuläre kulinarische Kreationen – etwa ein Neues Rathaus aus Wurst.

Die Konditoren stellten Motivtorten her wie die von Catharina Fey. Sie teilt sich den ersten Platz mit Miriam Eikenberg. Das Highlight ihrer Torte ist ein Baum aus Isomalt, einem Zuckeraustauschstoff. Nur zehn Minuten habe sie für den Hingucker gebraucht, berichtet die Auszubildende der Baxmann Konditorei und Chocolaterie. Auch an den feinen Verzierungen aus Schokolade habe sie gar nicht so lange gearbeitet. „Natürlich braucht man dafür Übung. Aber im Betrieb machen wir das ständig“, sagt die 21-Jährige selbstbewusst.

Unter den angehenden Bäckern tat sich Annika Weiß hervor. Die Auszubildende der Landbäckerei Bazdaras zauberte Obstplunder mit Erdbeeren, Kiwis und Trauben. Passend zum Thema dekorierte sie die Teigtaschen mit Marzipanscheiben, auf denen das Thema der Meisterschaft stand.

Zu schön zum Essen

In der herzhaften Sektion konnte Markus-Maik Langwost überzeugen. Die Fleischer mussten ein vollständiges Gericht kredenzen. Bei den Fleischfachverkäufern gewann Patricia Schmidt, die ihre Ausbildung beim Wurstbasar absolviert. Ihre Wurstplatte ist dem Neuen Rathaus nachempfunden. „Die Vorarbeit war relativ aufwendig“, erklärt die 23-Jährige. Zuerst hat sie ein Foto vom Rathaus ausgedruckt, dann eine Styroporplatte in dessen Form ausgeschnitten und mit Alufolie überzogen. Am Ende dekorierte sie die Platte mit verschiedenen Wurstsorten. Aus Lauch formte sie liebevoll die Sprossen der großen Fenster und die Zeiger der Turmuhr, die aus einer Radieschenscheibe besteht. Das Ergebnis ist fast zu schön zum Essen. Genau wie die zwei Wurstplatten von Kim Benedukt, die zusammen ein Herz ergeben. Auch sie belegt damit den ersten Platz unter den Fleischereifachverkäuferinnen.

„Es ist gut, dass die jungen Leute auch schon während der Ausbildung Anerkennung erfahren“, sagt Marion Borchers von der gleichnamigen Bäckerei. Sie saß in der Jury, die Dennis Grandke von der Meisterbäckerei Steinecke zum besten Bäckereifachverkäufer erkor. Das Handwerk habe erhebliche Probleme bei der Nachwuchsgewinnung, so der Tenor der Ausrichter des Schulwettbewerbs. Mareike Caspary, Margarita Siks und Ilona Kessler können das gar nicht nachvollziehen. Die drei angehenden Bäckereifachverkäuferinnen finden ihren Job super. An das frühe Aufstehen hätten sie sich gewöhnt, und vor allem im Sommer ist es toll, wenn man dann dafür den ganzen Nachmittag frei habe, sagen sie einhellig.     
 

Niklas Kleinwächter

03.03.2015
Andreas Schinkel 03.03.2015