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Aus der Stadt Eine königliche Schau in Herrenhausen
Hannover Aus der Stadt Eine königliche Schau in Herrenhausen
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16:55 19.05.2014
Von Bärbel Hilbig
Das Schlossmuseum Herrenhausen zeigt antike Skulpturen – weil der uneheliche Sohn von Georg II. sie einst in der Nähe im Georgengarten präsentierte. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

„Man hatte sich das prächtiger vorgestellt“, sagte Dieter Schach im Landesmuseum. Da, wo früher Juwelen glitzerten, prangen jetzt Leerstellen oder Glassteine. Queen Victoria hatte die Edelsteine für ihre eigene Krone recyceln lassen. Insgesamt kamen am ersten Wochenende rund 4500 Besucher in die fünf Häuser der Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ in Hannover und Celle.

Der 73-jährige Schach und sein aus Hamburg angereister Freund Horst Hentz hatten sich ein strammes Programm vorgenommen. Mit Wilhelm-Busch-, Landes- und Schlossmuseum klapperten sie an einen Tag gleich drei der vier hannoverschen Ausstellungsorte über Hannovers Herrscher auf Englands Thron ab. Eine großartige Schau, urteilten die beiden Schulfreunde am Ende. „Das Beste sind die sehr amüsanten Karikaturen im Wilhelm-Busch-Museum“, sagt Britannien-Fan Schach.

Die meisten Besucher ließen den Start der Landesausstellung geruhsamer angehen, denn allein schon im Landesmuseum kann man leicht mehrere Stunden verbringen. An Hörstationen rückt die Epoche der hannöversch-britischen Herrscher bei Barockmusik akustisch näher. Wer will, lauscht Jane Austens Roman „Emma“, je nach Geschmack auf Deutsch oder Englisch. Die üppige Schau hangelt sich an den fünf Königen der Personalunion entlang, zahlreiche thematische Einschübe öffnen den Blick auf Forscher, Kriege oder koloniale Herrschaft, die die Zeit prägten. Die Skizze eines überfüllten Sklavenschiffs erinnert an die unrühmliche Epoche – sie diente den Gegnern der Sklaverei als Argumentationshilfe. Für die Führungen gibt es zum ersten Mal Kopfhörer. Und so schoben sich deutsch- oder englischsprachige Gruppen durch die Schau, ohne sich gegenseitig zu stören. „Die Ausstellung ist total schön und empfehlenswert“, lobt Besucher Matthias Herter.

Im Schlossmuseum Herrenhausen ist ein Teil der Kunstsammlung von Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn wieder zusammengetragen worden. Der uneheliche Sohn Georg des II. hatte seine antiken Skulpturen und Gemälde der Renaissance ursprünglich vollständig in der Nähe im Wallmodenpalais präsentiert. Jetzt sind sie prächtig wie in einem alten Museum in einer Flucht arrangiert. Besucherin Mona Förstner bemängelt aber, dass die Informationen zu den Kunstwerken an den digitalen Infostationen nach einem festen Zeitraster wechseln. Selbst eingreifen kann der Besucher nicht. „Leider schaffen wir gar nicht, die Texte schnell genug zu lesen“, bedauert die 25-Jährige. Ihrem Begleiter Malte Kracht gefiel die Geschichte der Welfen vor der Personalunion im vorderen Teil des Museums auch deshalb deutlich besser.

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