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Aus der Stadt Das ist 2015 in Hannover wichtig
Hannover Aus der Stadt Das ist 2015 in Hannover wichtig
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00:28 05.01.2015
2015 verspricht für Hannover ein spannendes Jahr zu werden. 
Im Rathaus sucht man neues Spitzenpersonal, Klinikum und Kulturbetrieb befinden sich im Umbruch, die Stadt erhält neue Schulen.
2015 verspricht für Hannover ein spannendes Jahr zu werden. 
Im Rathaus sucht man neues Spitzenpersonal, Klinikum und Kulturbetrieb befinden sich im Umbruch, die Stadt erhält neue Schulen. Quelle: Michael Thomas
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Das Rathaus sortiert sich neu

Im Rathaus beginnt sich in diesem Jahr das Personalkarussell zu drehen. Zwei Führungsposten müssen Ende 2015, ein weiterer Anfang 2016 neu besetzt werden. Die Amtszeit von Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann (SPD) endet im Oktober. Im Dezember läuft der Vertrag mit Baudezernent Uwe Bodemann (parteilos) aus. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD, Bild) wird Bodemann wohl für eine zweite Amtsperiode vorschlagen – anders als Drevermann für das Kultur- und Schuldezernat. Mit einer Entscheidung über die Personalien ist in den ersten Monaten des Jahres zu rechnen – auch darüber, wer Sozialdezernent Thomas Walter folgt, der keine weitere Amtszeit antreten wird. In diesem Jahr wird sich auch zeigen, ob Schostoks Stadtdialog Hannover 2030 ein Erfolg wird oder wirkungslos verpufft. Mehr als 50 Veranstaltungen sollen die Hannoveraner ermuntern, sich über die Zukunft der Stadt Gedanken zu machen – bisher aber hielt sich die Bürgerbeteiligung in Grenzen. 1,2 Millionen Euro gibt Schostok für die Diskussionsrunden aus. 2016 soll ein Ergebnis feststehen, das der Rat beschließt und die Verwaltung umsetzt.

Volles Bühnenprogramm

Hannover liegt am „Highway to Hell“ – zumindest am 21. Juni. AC/DC kommt, die unkaputtbarste Rockband der Welt, und macht das Konzertjahr 2015 in Hannover zu einem ganz besonderen. Für die Musiker um Gitarrist Angus Young (Bild) wird das Messegelände zur Rockarena für 70 000 Besucher (Einheitspreis 80 Euro; Preise jeweils zuzüglich Gebühren). Das stellt sogar die zwei für 2015 in der HDI-Arena geplanten Konzerte in den Schatten, die je nach Bühnenaufbau Platz für irgendetwas über 40.000 Fans bieten. Höhepunkte sind die Shows dort aber allemal: Helene Fischer atemlos am 7. Juni, Udo Lindenberg alterslos am 10. Juli (ab 46 Euro).

Auch groß und unter freiem Himmel: „The Voice“-Juror Samu Haber kommt mit seiner Band Sunrise Avenue (und Orchester) auf die Expo-Plaza (23. Mai), beim NDR-Plaza-Festival stehen unter anderem Die Fantastischen Vier und Revolverheld auf der Bühne (29. Mai, 33,15 Euro), einen Tag später (30. Mai) steigt die N-Joy-Star-Show an gleicher Stelle, und Casper kommt am 5. Juni (41 Euro).

Fast schon als Show-Grundrauschen wahrgenommen sind aber auch diese Konzerte Höhepunkte auf dem Pop-Kalender: Lionel Richie (8. Februar, Tui-Arena, ab 59,50 Euro), Peter Maffay 
(10. Februar, Tui-Arena, ab 25 Euro), Disco-Draufgänger David Guetta (28. Juni, Tui-Arena, ab 57,15 Euro), Mark Knopfler (Tui-Arena, 7. Juli, ab 64,95 Euro).

Das Hannover auch zum Lachen ist, beweist Comedian Mario Barth gleich doppelt (11. und 12. September, Tui-Arena, 38,95 Euro). Klassik kann die Stadt aber auch: Nach der umjubelten Premiere mit „Tosca“ in der Opern-Air-Arena am Neuen Rathaus steht in diesem Jahr an gleicher Stelle „La Bohème“ von Giacomo Puccini auf dem Programm (18. Juli).

Straßenstreit in zweiter Runde

Hannovers Straßen unterziehen sich 2015 in der zweiten Runde dem Programm zur Grundsanierung. Erneut legt die Stadtverwaltung eine Liste von beschädigten Straßen vor, die dann in den Bezirksräten debattiert wird. Man darf gespannt sein, ob sich wie im vergangenen Jahr erheblicher Widerstand regt. Anwohner hatten sich gegen die Sanierung ihrer Straßen gestemmt – vor allem, weil sie an den Kosten beteiligt werden sollten. Insgesamt 50 Millionen Euro will die Stadt in die Erneuerung von rund 200 Straßen investieren, die Hälfte der Summe zahlen die Bürger aus eigener Tasche. Am Hohen Ufer stehen 2015 erhebliche Veränderungen bevor. Die Stadt will den Uferbereich neu gestalten, die VHS zieht in eine frisch sanierte, ehemalige Schule. Und auch auf der Baustelle neben dem Historischen Museum dürfte es endlich weitergehen.

Auf der Suche nach Unterkunft

2600 Flüchtlinge muss Hannover voraussichtlich bis September 2015 unterbringen – und die bisherigen Kapazitäten sind längst ausgeschöpft. Sieben Containerdörfer werden in diesem Jahr errichtet, um den Asylsuchenden ein Dach über dem Kopf zu geben. Noch immer müssen Menschen in Sporthallen wohnen, und im ehemaligen Oststadtkrankenhaus entsteht derzeit eine Massenunterkunft für 300 Flüchtlinge. Es deutet sich an, dass neu errichtete Gemeinschaftsunterkünfte demnächst nicht mehr auf 50 Plätze begrenzt werden. Die Hilfsbereitschaft der Hannoveraner ist ungebrochen, die Betreiber von Flüchtlingswohnheimen erhalten eine Flut von Spenden. Fremdenfeindliche Demonstrationen wie in anderen Städten sind in Hannover bisher ausgeblieben. Zu hoffen ist, dass in diesem Jahr eine Lösung für die protestierenden Sudanesen auf dem Weißekreuzplatz (Bild) gefunden wird. Die Fronten scheinen jedoch verhärtet. Die Demonstranten weichen nicht von ihren Maximalforderungen ab, die Stadt verweist auf die Zuständigkeiten von Land und Bund. Auch hier reagieren Anwohner bisher mit hoher Toleranz.

Großes Sprengel, neuer Festspielchef

Die Stunde der Wahrheit schlägt im Sommer: Voraussichtlich am 27. Juni 2015, 17 Uhr, wird der neue Anbau des Sprengel-Museums erstmals seine Pforten öffnen. Am 28. Juni steht ein Tag der offenen Tür auf dem Programm. Dann wird sich zeigen, ob das Innere der Räume der viel gescholtenen Bunkerfassade etwas entgegensetzen kann. Auch wenn die erste Ausstellung erst 2016 im Sprengel-Anbau eröffnet, dürfte schon die Präsentation der neuen Räume 2015 eines der großen Kulturereignisse werden. Im kommenden Jahr wird sich einiges in Hannovers Kulturlandschaft verändern: Ingo Metzmacher (Bild) tritt offiziell sein neues Amt als Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen an, Christina Végh übernimmt das Ruder in der Kestnergesellschaft, und im Alltag wird sich zeigen müssen, ob der jüngst an Hannover verliehene Unesco-Titel „City of Music“ die 
Musikbranche stärkt. Außerdem müssen die Weichen für die Umgestaltung des Museum August Kestner gestellt und die Generalerneuerung des Landesmuseums im ersten Stock fortgesetzt werden.

Klinikum wagt den Spagat

Im Regionsklinikum sind die finanziellen Probleme in den vergangenenen Jahren immer größer geworden. Jetzt gibt es ein Konzept, wie der große Krankenhauskonzern aus der Krise geführt werden soll. Die Geschäftsführung um Barbara Schulte hatte in den vergangenen Wochen und Monaten große Mühe, das Konsolidierungskonzept gegen die Widerstände von Bürgern, Mitarbeitern und Politikern durchzusetzen. Jetzt beginnt der schwierigste Teil der Arbeit. Denn die Geschäftsführung des Klinikums will die Pläne, die zum Beispiel die Schließung des Springer Krankenhauses und der Geburtshilfe in der Nordstadt vorsehen, umsetzen und gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung verbessern. Mit dem Spagat sollen mehr Patienten in die Kliniken geholt werden. Sollte das Konzept nicht die gewünschte Wirkung erzielen, ist die Zukunft des kommunalen Klinikverbundes mit mehr als 8000 Mitarbeitern gefährdet. Es droht die Privatisierung einzelner Teile oder des gesamten Unternehmens.

Mehr Kinder auf die Schulbänke

Die größte Schulbaustelle Niedersachsens wird in diesem Jahr das erste Etappenziel erreichen: Nach Ostern ziehen die Schüler der IGS Mühlenberg (Bild) in ihren Neubau. Zumindest in den ersten Teil. Bis das 63 Millionen Euro teure Gesamtprojekt fertiggestellt ist, dauert es noch bis Ende 2016.

Auch sonst geht es in der Schulpolitik eher in kleinen Schritten voran – oder sogar rückwärts. Die Landtagsmehrheit schafft die achtjährige Gymnasialzeit der Vorgängerregierung wieder ab; wer in diesem Sommer in die fünfte Gymnasialklasse kommt, geht ein Jahr länger zur Schule. Auch für Hannovers Grundschulkinder soll sich einiges ändern: Sie erhalten künftig zum Ende der 4. Klasse keine Laufbahnempfehlung mehr, stattdessen werden landesweit Beratungsgespräche verpflichtend.

Der Konflikt um Klassenfahrten an Gymnasien ist noch nicht ausgestanden. Doch es gibt auch Positives: Weil die Schülerzahlen steigen, baut Hannover neue Grundschulen. Im Sommer soll zum Beispiel die am Kronsberg bezugsfertig sein.

asl/med/wie/mak/be

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