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Aus der Stadt Fritz Haarmann erstmals ohne Hackebeil
Hannover Aus der Stadt Fritz Haarmann erstmals ohne Hackebeil
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20:30 12.10.2016
Von Andreas Schinkel
Quelle: Thomas
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Hannover

Bernd Strauch beim Glühwein-Plausch mit Mike Gehrke, 96-Star Niclas Füllkrug beim Kicken auf dem Trammplatz – solche Szenen sind nur auf dem Wimmelbild des Hannover-Adventskalenders möglich. Von Donnerstag an, 13. Oktober, wird der Schokokalender wieder in etlichen Supermärkten und Buchläden verkauft. Erneut finden Hannover-Liebhaber viele Prominente auf der bunten Zeichnung, erstmals Regisseurin Doris Dörrie, die von der Rathauskuppel schaut. Und wieder taucht Hannovers berühmt-berüchtigter Massenmörder auf, doch dieses Mal wird er ohne sein Hackebeil dargestellt. „Wir haben das als pietätlos empfunden“, sagt Klaus Lange, Herausgeber des Kalenders. Als Zeichner Thorsten Wilkens vor ein paar Monaten mit seiner Arbeit begann, machte ein terroristischer Angriff in Bayern Schlagzeilen. Ein 17-Jähriger attackierte Reisende in einem Zug mit einem Beil und richtete ein Blutbad an. „In dieser Zeit ist ein Beil als Symbol problematisch, selbst in einer humoristischen Zeichnung“, sagt Lange.

Er ist wieder da: Alle Jahre wieder können sich die Hannoveraner die Vorweihnachtszeit mit dem Hannover-Adventskalender versüßen.

Schwerpunkt des Wimmelbildes in diesem Jahr ist Gottfried Wilhelm Leibniz. Der Anlass liegt auf der Hand: Vor 300 Jahren verstarb der Barockphilosoph, und Hannover erinnert an seinen Haus- und Hofphilosophen mit diversen Veranstaltungen. Wo sich die Figur versteckt und wie oft der Universalgelehrte zu sehen ist, will Lange nicht verraten. „Das ist die Rätselaufgabe für unsere Leser“, sagt er.

Neu im Figuren-Panoptikum ist der im vergangenen Jahr verstorbene, äußerst beliebte Bürgermeister Bernd Strauch. Er gönnt sich zusammen mit Mike Gehrke einen Glühwein. Am Nachbartisch sind drei Religionsvertreter im Gespräch vertieft. Luther-Botschafterin Margot Käßmann, Avni Altiner, ehemaliger Vorsitzender des Landesverbands der Muslime, und Prof. Andor Izsák, Experte für jüdische Musik. „Das Motiv passt gut in unsere Zeit“, sagt Lange.

Der Adventskalender mit Schokostücken kostet 3,60 Euro. 10 Cent vom Verkaufserlös gehen an die Clinic-Clowns. Der Adventskalender hat eine Auflage von 22 000 Stück.

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