Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Das sagen HAZ-Leser zu den Autobahnunfällen
Hannover Aus der Stadt Das sagen HAZ-Leser zu den Autobahnunfällen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 06.06.2014
Am Mittwoch ereignete sich der dritte tödliche Unfall des Jahres auf dem A2-Abschnitt bei Lehrte.
Am Mittwoch ereignete sich der dritte tödliche Unfall des Jahres auf dem A2-Abschnitt bei Lehrte. Quelle: Christian Elsner
Anzeige
Hannover

Die schweren Unfälle auf der Autobahn 2 zwischen Hannover und Lehrte sind bei vielen Menschen in der Region ein Thema. Ob per Mail, per Post oder bei Facebook und Twitter – zahlreiche Leser aus der ganzen Region haben sich in den vergangenen Tagen bei uns gemeldet. Viele sind genervt von den stundenlangen Vollsperrungen, von überfüllten Umleitungen – und einige Leser haben schlichtweg Angst, die A2 auf diesem Abschnitt noch zu befahren.

Auf unserer Facebook-Seite schreibt Juliane Jülich: „Ich bin auch jedesmal auf der A2 Richtung Berlin unterwegs, wenn ich zu meiner was Familie fahre. Mehr und mehr bekomme ich echt Angst, wenn ich solche Horrorgeschichten lese. Grad mit einem kleinen Kind hat man ja noch mehr Angst."

Michael Luthardt aus Hämelerwald hat uns per Mail geschrieben. Er nutzt regelmäßig die A2 und auch die A7 und ärgert sich über die kilometerlangen Baustellen, „auf denen fast nur zur Normalarbeitszeit an wenigen Stellen mit wenigen Leuten gearbeitet wird. Warum wird bei Auftragsvergabe nicht mindestens durchgängiger 2-Schicht-Betrieb festgeschrieben?" Er wünscht sich Arbeiten auch am Wochenende. „Das übliche Sonntagsargument zieht nicht, schließlich müssen diejenigen, die Schrott und Menschen von der Straße klauben, auch rund um die Uhr arbeiten.“

Auch André Thiele sieht die vielen Baustellen kritisch. „Autobahnen müssen schneller repariert werden, dafür ist aber mehr Personal und 24 Stunden rund um die Uhr Arbeit nötig“, schreibt er bei Facebook.

Lüder Neugebauer (per Mail) hat beobachtet, "dass die Baustelle scheinbar nur an wenigen Stunden tagsüber überhaupt betrieben wird. Morgens, abends oder an Wochenenden ist dort keine Tätigkeit zu erkennen. Mir ist es vollkommen unverständlich, dass hier von weltfremden Planern eine tödliche Falle aufgestellt und durch möglichst geringe Tätigkeit zeitlich maximal ausgedehnt wird." Und noch etwas ärgert ihn: "Dass zeitlich parallel die mögliche Ausweichstrecke B65 in Mehrum mehrere Monate gesperrt ist, ist für mich ein weiterer Skandal, der auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird."

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A2 ist am Mittwochmorgen eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Die Autobahn war für mehrere Stunden gesperrt.

Siegfried Lewak hat noch ein weiteres Problem ausgemacht: „Viele PKW-Fahrer überholen bis auf den letzten Drücker, um dann noch ganz schnell von der linken Spur auf die Abfahrt zu ziehen. Das erlebt man auch Tag für Tag.“ Er wünscht sich zudem Abstandskontrollen: „Die ertappten Sünder kräftig zur Kasse bitten.“

"Wer jeden Tag die A2 zwischen Hannover und Braunschweig befährt, kann immer wieder beobachten, dass LKW-Fahrer keine 40 Meter Abstand halten", schreibt Andreas Wodrich per Mail. "Ich habe auch schon mehrfach beobachtet, daß der Abstand noch nicht einmal Führerhauslänge war. Bei 80 Km/h und einer Reaktionszeit von einer Sekunde werden in dieser Zeit 22,22 Meter zurückgelegt."

Andreas Lüder, von Beruf Fernfahrer, spricht sich gegen Abstandskontrollen mit fest installierten Geräten aus. „Sehe täglich, wie da alle mit nem Affenzahn drauf knallen und kurz davor auf die Bremse treten", schreibt er. Er ärgert sich ebenfalls über Autofahrer, die sich zwischen die Lastwagen drängeln, um eine Ausfahrt zu erreichen. „Was manche da so an Fahrverhalten an den Tag legen, ist die Krönung.“ 

Auch die hohen Geschwindigkeiten vieler Autofahrer und Fernfahrer sehen unsere Leser kritisch: Claudi SE sieht vor allem die Lkw-Fahrer in den Pflicht. Bei Facebook schreibt sie: „Fahren teilweise 90-100kmh. Ich fahre da jeden Tag zur Arbeit. Grausam."

Wolf Büttner aus Burgdorf hat uns per Mail geschrieben: „Wie wär´s mit einem Auffahrwarnsystem, verpflichtend für alle Lkws? Das wäre für die eintönige Arbeit der Fahrer, die - meist ohne den Mindestabstand einzuhalten - stundenlang hintereinander herfahren müssen, eine hervorragende Hilfe, die sicher viele Auffahrunfälle vermeiden ließe.“

Frank Scherling aus Hämelerwald, der uns per Mail geschrieben hat, sieht die Auslegung der Fahrspuren als Hauptproblem: „Mir kann keiner erklären, warum man die Fahrspuren vor der Baustelle auf zwei verengt, um dann in der Baustelle wieder dreispurig fahren zu lassen (2 x in die Gegenfahrbahn, 1 x durch die Baustelle zur A7), denn dadurch entsteht ja erst der extreme Rückstau. Vor ein paar Jahren, bei der letzten großen Baustelle, war es genauso. Erst mehrere Todesopfer bei täglichen schweren Unfällen waren nötig, damit konsequent gehandelt wurde. Danach hörten die schweren Unfälle schlagartig auf."

Jan Reinhold aus Hämelerwald spricht sich per Mail für eine flächendeckende Plakataktion an der Autobahn aus: „Die Plakate sollten zwischen Hämelerwald, Lehrte und Hannover-Ostkreuz stehen. Idealerweise in der Nähe der jetzt schon aufgestellten Warnanlagen", schreibt er. Die Plakate sollten Bilder von Lastwagenunfällen zeigen, um so abschreckend zu wirken.

Christian Zeiger: Jeder schimpft immer nur auf die Baustellen . Ja, sie nerven - auch mich. Bis zur letzten Woche bin ich dreieinhalb Jahre lang täglich die Strecke Hannover-Nord - Peine gefahren, und täglich wurde ich von vielen vielen Autos und auch LKW überholt. Und warum? Weil ich mich an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten habe. Es geht den meisten einfach nicht schnell genug. Würde sich jeder dort an diese Begrenzung halten, und wäre jeder Fahrer imstande, das Reißverschlussverfahren korrekt anzuwenden, hätte man durch die Baustelle vielleicht einen Zeitverlust von 2-3 Minuten. Aber darüber denkt ja keiner nach, jeder will der erste im Stau sein... Was ich damit sagen will, sollte jedem klar sein: Schuld an den schweren Unfällen sind nicht allein die Baustellen, es ist vor allem das Fehlverhalten der Fahrer. Ist man müde, muss telefonieren, SMS schreiben o.ä. fährt man auf den nächsten Parkplatz!
Ganz besonders regt mich während eines Staus aber folgendes auf: Es wird NIE eine Rettungsgasse gebildet! Selbst die LKW-Fahrer, die am besten wissen müssten wie das funktioniert, sind größtenteils nicht dazu in der Lage. Ein bisschen Empathie würde den meisten Auto- und LKW-Fahrern gut tun, denn würde es nicht jeder, der in einen Unfall - ob selbstverschuldet oder nicht - begrüßen, wenn ihm schnellstmöglich geholfen werden könnte?

Florian Sander: Tatsächlich sind seit Ende 2013 Notbremssysteme für neue LKW-Typen zulassungspflichtig. Diese Pflicht gilt ab Ende 2015 dann auch für alle neu zugelassenen Fahrzeuge. Zwar können diese Systeme den Unfall nicht gänzlich vermeiden, der Fahrer wird allerdings frühzeitig gewarnt und die Aufprallgeschwindigkeit wird um ca. 15-20% reduziert.
Dazu ist leider zu sagen, dass eine Unfallvermeidung technisch möglich ist, jedoch vom Gesetztgeber nicht vorgeschrieben wird. Bleibt abzuwarten, was für Auswirkungen die Systeme haben.

Und was meinen Sie?

Wie bewerten Sie die Situation auf der Autobahn 2 zwischen Hannover und Lehrte? Schreiben Sie uns per Mail an online@haz.de, hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, posten Sie Ihre Meinung auf der HAZ-Facebook-Seite, oder schicken Sie eine Twitternachricht an @haz

frs

Aus der Stadt Missbrauch-Beratungsstelle Violetta - „Wir kamen zur richtigen Zeit“
Veronika Thomas 05.06.2014
Aus der Stadt Steigende Zahl an Wohnungseinbrüchen - Einbrecher erschrecken Frau in der Nacht
Michael Zgoll 05.06.2014
Conrad von Meding 07.06.2014