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Aus der Stadt Das tägliche Hin und Her
Hannover Aus der Stadt Das tägliche Hin und Her
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00:18 09.01.2015
Von Bernd Haase
Nach Hannover, bitte. Viele Arbeitnehmer pendeln nach Hannover.  Quelle: dpa
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Hannover

Im Jahr 2013 sind täglich 112.300 Berufspendler von außerhalb in die Region gekommen, das sind 13.000 mehr als bei der letzten Erhebung im Jahr 2004. „Gemessen am Pendlersaldo ist die Region das bedeutendste Arbeitsmarktzentrum in Niedersachsen“, konstatiert Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz.

Verantwortlich für den Anstieg sind zwei Faktoren. Zum einen ist das Nahverkehrsnetz weiter ausgebaut worden, wobei die Effekte etwa an den stetig steigenden Fahrgastzahlen bei der S-Bahn sowie bei den Regionalbahnen Metronom und Erixx absehbar sind. Ende 2013 zählte zum anderen die Region gut 458.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und damit mehr als je zuvor.

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Die Wirtschaftsförderung der Region hat sich die Zahlen über die Pendlerströme vom Cima Institut für Regionalwirtschaft detailliert zusammenstellen lassen. Größte Gewinnerin ist danach die Stadt Hannover, die allein knapp zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Region bietet. Das hat entsprechende Auswirkungen: Insgesamt kommen mehr als 160.000 Menschen Tag für Tag in die Landeshauptstadt, davon 92 000 aus den anderen Städten und Gemeinden der Region sowie mehr als 68.000 von außerhalb.

Das Einzugsgebiet erstreckt sich vom Landkreis Uelzen im Norden bis Göttingen im Süden sowie vom Raum Bad Oeynhausen im Westen bis nach Wolfsburg im Osten. Ihnen begegnen rund 53.000 Pendler, die in Hannover wohnen, aber das Stadtgebiet auf dem Weg zum Arbeitsplatz verlassen.

Mehr Ein- als Auspendler

Mehr Ein- als Auspendler zählen außer Hannover noch vier weitere Kommunen. Langenhagen mit seinen großen Gewerbegebieten am Flughafen bietet die zweithöchste Arbeitsplatzzahl. Auffällig ist, das relativ viele Arbeitnehmer aus den nördlich gelegenen Städten entlang der Autobahn 7 in die Stadt kommen. Burgwedel mit großen Arbeitgebern wie etwa Rossmann sowie Isernhagen mit dem Gewerbegebiet in Altwarmbüchen ziehen ebenfalls Arbeitskräfte aus Richtung Norden an. Laatzen als vierter im Bunde hat nur einen kleinen Pendlerüberschuss von 760.

Obwohl beispielsweise auch Garbsen, Lehrte oder Wunstorf vergleichsweise viele Arbeitsplätze bieten, sind sie wie die restlichen 13 Kommunen der Region eher Wohnstandorte – die Zahl der Auspendler übersteigt die der Einpendler. Wer es genauer wissen will: Die 20-seitige Broschüre mit dem Titel „Pendlerverflechtungen“ ist im Haus der Wirtschaftsförderung, Vahrenwalder Straße 7, erhältlich oder kann im Internet unter www.wirtschaftsfoerderung-hannover.de abgerufen werden.

„Region ist bundesweit Vorbild“

Nachgefragt bei Frank Othengrafen, Juniorprofessor für Raumplanung an der Leibniz-Uni.

Herr Othengrafen, 13.000 zusätzliche Wirtschaftspendler für die Region Hannover – das klingt beeindruckend? Ist die Nachricht auch aus Sicht der Planungexperten positiv?
Nein. Was die reine Lehre betrifft, wäre es anzustreben, dass möglichst alle Menschen am gleichen Ort arbeiten, an dem sie auch leben. Gesellschaftlich würden hohe Kostenfaktoren wie Zeit oder Umweltbelastungen entfallen, wenn das ginge. Aber das ist die Theorie. Im echten Leben finden heute viele Menschen am Wohnort nicht den passenden Job und müssen pendeln. An den aktuellen Daten für Hannover sieht man ja, dass das Einzugsgebiet der Wirtschaftsregion Hannover von Bad Oeynhausen bis Wolfsburg reicht. Wichtig ist, dass die nötige Infrastruktur vorhanden ist.

Und: Reicht die Infrastruktur in Hannover aus?
Sie reicht nicht nur aus, sie gilt sogar bundesweit als vorbildlich. Beim Thema Pendler lässt sich sehr gut erkennen, welche Früchte die sogenannte Zentrale-Orte-Strategie der Region Hannover trägt. Siedlungsentwicklungen werden vorrangig dort zugelassen, wo Orte gut erreichbar sind, Infrastruktur wird dort gebündelt, wo Schienenanschlüsse sind, um negativen Auswirkungen der Mobilität vorzubeugen. Kommunen aus ganz Deutschland kommen hierher und informieren sich, wie dieses raumplanerische System funktioniert.

Pendeln bedeutet nicht nur Verkehrsbelastungen und Umweltprobleme, sondern vielfach auch einen Verlust an individueller Lebensqualität ...
Ich bin selbst Einpendler, ich komme täglich aus Hamburg und sehe abends, wie viele Menschen mit mir am Bahnhof stehen. Natürlich kostet Pendeln Zeit – der Radius beträgt in der Regel Entfernungen von 30 bis 45 Minuten, und das zweimal am Tag. Andererseits finde ich persönlich: Wer eine Schienenverbindung sinnvoll nutzen kann, der kann während der Fahrt dösen, ein Buch oder Zeitung lesen, an Projekten arbeiten. Man kann die Zeit durchaus sinnvoll nutzen.

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