Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Dauerregen hält Feuerwehr in Hannover in Atem
Hannover Aus der Stadt Dauerregen hält Feuerwehr in Hannover in Atem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:25 27.08.2010
Abtropfen: Regenwasser sickerte am Freitag durch die Decke in der U-Bahn-Station Kröpcke.
Abtropfen: Regenwasser sickerte am Freitag durch die Decke in der U-Bahn-Station Kröpcke. Quelle: Martin Steiner
Anzeige

In der Region wurden sie weit über 100-mal angefordert. „In der Regel waren es vollgelaufene Keller, die wir wieder leer pumpen mussten“, sagte Feuerwehrsprecher Andreas Hamann. 100 Liter Regen pro Quadratmeter fielen zwischen Donnerstagmorgen und Freitagnachmittag auf das Stadtgebiet.

In der U-Bahn-Station Kröpcke hingen auf der mittleren Ebene des unterirdischen Labyrinths dicke Tropfen von der Decke. Das Gleis 2, auf dem die Stadtbahnlinien 3, 7 und 9 verkehren, musste am Vormittag sogar für kurze Zeit gesperrt werden. „Wir hatten einen Wassereinbruch und wollten sicherstellen, dass keine elektrischen Leitungen beschädigt werden“, erklärte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Die Lecks im Gewölbe der Station führt er auf beschädigte Dichtungen zurück, die vermutlich während der Bauarbeiten am Kröpcke-Center entstanden sind. Wenn der Bau fertig sei, dann habe sich das Problem von selbst erledigt. Bis dahin aber stellt die Üstra bunte Plastikeimer als Tropfenfänger auf, sperrt besonders feuchte Areale wegen Rutschgefahr ab – und hofft auf besseres Wetter.

Um kurz nach 19 Uhr wurden die Helfer zu einem Autohaus nach Ahlem gerufen. Dort drohten die Wassermassen in den Verkaufsraum einzudringen. Die Feuerwehr sicherte Türen und Fenster mit Sandsäcken.
In Laatzen musste die Feuerwehr in der Nacht zu Freitag ein Hotel evakuieren. Acht Doppelzimmer, die sich im Keller des Gebäudes in der Augsburger Straße befanden, liefen voll Wasser. Wenige Stunden später rutschte ein Lastwagen auf der Bundesstraße 443 wegen des aufgeweichten Bodens am Seitenstreifen weg. Der Zwölftonner versank einen halben Meter tief im Schlamm und musste von einem Spezialkran auf die Straße zurückgezogen werden.

In Wunstorf kam es in der Nacht zu einem Bergrutsch an der Kalihalde in Mesmerode. Die Schlammlawine walzte den Zaun des Kali-Werks auf einer Länge von rund 50 Metern platt. Die Abschwemmung war so stark, dass erhebliche Teile der Bewässerungsanlage des Werks abrissen.

In Empelde lief bis zum Freitagmorgen das Regenrückhaltebecken in der Büntefeldstraße voll. Die Feuerwehr pumpte das Wasser mit sechs Pumpen aus dem Becken heraus und verteilte es mit drei Wasserwerfern auf die angrenzenden Grünflächen. In Garbsen-Mitte entgingen das Märchen- und das Widerstandsviertel nur knapp einer Katastrophe. Ganze Straßenzüge drohten im Regen unterzugehen.Nur mit massivem Personal- und Technikeinsatz gelang es der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk, der Wassermassen Herr zu werden. Grund dafür war ein vollgelaufenes Rückhaltebecken.

Tobias Morchner und Andreas Schinkel

Heinrich Thies 27.08.2010
Andreas Schinkel 27.08.2010
Aus der Stadt Schmerzensgeld gefordert - Arm nach Eingriff gelähmt
Mathias Klein 26.08.2010