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Aus der Stadt Defizit der evangelischen Kitas wächst auf drei Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Defizit der evangelischen Kitas wächst auf drei Millionen Euro
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00:15 09.12.2012
Von Mathias Klein
Hans-Martin Heinemann :„Es wird auch in Zukunft viele Veränderungen in der Kirche geben, aber es gibt keinen Anlass, sich zu sorgen“. Quelle: Steiner
Hannover

Diskutiert wurde beim Stadtkirchentag unter anderem das Defizit der evangelischen Kindergärten, das sich inzwischen auf rund drei Millionen Euro summiert hat. Allein in diesem Jahr war das Minus um 800.000 Euro gewachsen.

Der Stadtkirchenverband greift in seine Rücklagen, um das Minus abzubauen, 1,8 Millionen Euro kommen von dort. Den Rest der Summe leiht sich der Stadtkirchenverband aus einem Fonds, in den Kirchengemeinden und kirchliche Stiftungen mögliche Überschüsse einzahlen. Nach intensiver Debatte hatte der Stadtkirchenvorstand beschlossen, dass der Fonds künftig auch Geld für kirchliche Zwecke verleiht, berichtete der Präsident des Stadtkirchentages, Gerrit Wolter.

Für das kommende Jahr hat der Stadtkirchenverband bei den Kitas noch ein Defizit von 350.000 Euro eingeplant, im Jahr 2014 sollen die Kindertagesstätten dann kostendeckend arbeiten. „Das ist ein Ziel, das wir erreichen müssen“, betonte Heinemann.

Damit das gelingt, versucht der Stadtkirchenverband, seine Kirchengemeinden zu überzeugen, ihre Kindertagesstätten unter dem Dach des Stadtkirchenverbandes zu vereinen. Als Vorteile nennt Heinemann unter anderem einfachere Möglichkeiten bei der Krankheitsvertretung und eine bessere Verhandlungsposition mit der Stadt.

Allerdings fehlt es Heinemann dabei offenbar noch an Überzeugungskraft. 21 der insgesamt 66 Kitas haben sich inzwischen zusammengeschlossen. Das sei ein bisschen mehr, als man sich für ein erstes Ziel vorgenommen habe. Jetzt solle die tägliche Arbeit des Zusammenschlusses bei den anderen Gemeinden werben, sich dem neuen Verband anzuschließen. „Wir glauben, das ist der beste Weg“, sagte Heinemann. Gleichzeitig gab er ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Kirchen-Kitas ab. „Wir wollen auch weiterhin hier auf dem Markt vertreten sein“, betonte er.

Die Verhandlungen mit der Stadt über die Finanzierung der kirchlichen Kitas seien inzwischen auf einem guten Weg, berichtete er. Bei den Gesprächen gehe es vor allem um die Gebäude, die die Kirche zur Verfügung stellt und für deren Erhalt sie selbst sorgt – anders als bei den Kitas anderer Betreiber. Üblicherweise stellt die Stadt denen die Gebäude zur Verfügung und übernimmt die damit zusammenhängenden Kosten. „Wir möchten eine faire Verteilung der Gebäudelast“, sagte Superintendent Thomas Höflich, der Stellvertreter von Heinemann.

Die Abgabe, die die Kirche jährlich an die Stadt für den Betrieb der Kitas zahlt, soll in den Verhandlungen nicht grundsätzlich angetastet werden. Derzeit beläuft sich die Summe auf rund zwei Millionen Euro. Heinemann verwies darauf, dass die Abgabe auf eine Vereinbarung mit der Landeskirche zurückgehe. „Für das Ziel, christliche Kitas zu betreiben, ist es auch legitim, sich zu beteiligen“, sagte er.

Hintergrund:

In der Landeshauptstadt sind knapp 190.000 Menschen Mitglied in der evangelisch-lutherischen Kirche. Seit Jahrzehnten geht die Zahl der Mitglieder zurück, Zusammenlegungen von Kirchengemeinden und die Schließung sowie der Verkauf von Kirchengebäuden sind die Folgen.

Verantwortlich sei der demografische Wandel, berichtete der stellvertretende Stadtsuperintendent Thomas Höflich. Die Kirche sei dagegen machtlos. Wohl auch deshalb hat der Stadtkirchenverband seine Abteilung „Innere Mission“, zuständig auch für die Rückgewinnung ausgetretener Kirchenmitglieder, aufgegeben. Übrig geblieben ist allerdings der Posaunenchor der Inneren Mission, der vor allem zur Weihnachtszeit in der Stadt besonders präsent ist. „Der wird von uns unterstützt“, sagte Höflich.

Der Winter hat sich am Nikolaustag in Hannover von seiner schönsten Seite gezeigt. Gärten, Dächer, Straßen und Felder waren am Morgen mit zarten Flocken bedeckt – fast machte es den Anschein, als habe jemand eine Portion Puderzucker vom Himmel nieseln lassen. Doch nicht alle erfreut das Wetter.

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