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Aus der Stadt Nach AfD-Protest: Demonstrant stellt Strafanzeige gegen Polizei
Hannover Aus der Stadt Nach AfD-Protest: Demonstrant stellt Strafanzeige gegen Polizei
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18:11 01.03.2018
In dieser Pyramide ketteten sich die Demonstranten fest.
In dieser Pyramide ketteten sich die Demonstranten fest.  Quelle: Elsner
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Hannover

  Der 47-Jährige, der am Sonnabend bei seinem Protest gegen den Bundesparteitag der AfD schwer verletzt worden ist, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er sei von Beamten aus Hamburg mit Schlagstöcken so schwer verprügelt worden, dass er einen offenen Bruch beider Unterschenkelknochen an einem seiner Beine erlitten hatte. Der 47-jährige hatte sich gemeinsam mit einem anderen Demonstranten an der Kleestraße an einer selbstgebauten Pyramide aus Metall festgekettet, um die Straße zu blockieren. Ein dritter Demonstrant unterstützte die beiden Blockierer bei der Aktion. Auch die beiden anderen sollen durch die Schläge der Polizisten verletzt worden sein. „Sie haben Gehirnerschütterungen und Hämatome davon getragen“, sagt Paolo Diaz, der Anwalt eines Verletzten. Die Demonstranten wollen jetzt Strafanzeige gegen die Beamten stelle wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Die Polizei will sich zu dem Vorfall mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren nicht mehr äußern.

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei hat die erste von sechs Protestveranstaltungen gegen den Bundesparteitag der AfD stattgefunden.

Juristischer Ärger  droht auch einem Mitarbeiter der Stadt. Er hatte am Sonnabend während der Anti-AfD-Demo unflätige Bemerkungen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. „Antifa-Abschaum erschiessen, kompromisslos und sofort“, mit diesen Worten hatte er den Protest gegen den Bundesparteitag kritisiert. Inzwischen hat der Mitarbeiter des Schulamts seine gesamte Facebook-Seite aus dem Netz entfernt. Der ehemalige Landtagsabgeordnete der SPD, Michael Höntsch, war unter anderem auf die Online-Beleidigungen aufmerksam geworden. „Ich habe den Oberbürgermeister darüber informiert, der allerdings schon im Bilde war“, sagt Höntsch. Der städtische Mitarbeiter ist wegen des Verdachts der Aufforderung zu einer Straftat angezeigt worden. Die Ermittlungen laufen.

Im Zuge der Diskussion um den Polizeieinsatz während des Bundesparteitags der AfD hat sich auch der Unternehmer Heiko Heybey, der die Leinewelle aus der Taufe heben will und in der Nordstadt das Spandau gegründet hat, zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief den Heybey auf seiner Facebookseite veröffentlicht hat kritisiert er öffentlich die Behörde. „Als Teilnehmer einer sehr großen, bunten und legalen Demonstration habe ich mich an vielen Stellen gewundert, mit welcher martialischen Präsenz die Polizei die Demonstration begleitet hat“, schreibt er. Das Auftreten der Polizei sei insgesamt eher provokativ gewesen.  So hätten sich  Bekannte von ihm, Familienväter um die 45, auch bei Kleinigkeiten Leibesvisitationen unterziehen müssen. „Es würde mich freuen, bei der nächsten Demonstration, bei der ich mich mit meiner Familie politisch engagieren möchte, eine „bürgerfreundlichere Haltung“ zu erleben“, schreibt der Unternehmer.

Von Tobias Morchner

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