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Aus der Stadt Der Circus Roncalli ist in Hannover angekommen
Hannover Aus der Stadt Der Circus Roncalli ist in Hannover angekommen
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20:57 22.08.2017
Von Uwe Janssen
Auf dem Waterlooplatz wird das Zelt hochgezogen.
Auf dem Waterlooplatz wird das Zelt hochgezogen. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Es ist nicht gerade Handgepäck, mit dem der Circus Roncalli Bahn fährt. Es sind genauer gesagt 80 Wagen auf 50 Waggons, macht 700 Meter Zug mit durchaus erhöhtem Aufmerksamkeitspotenzial. Aber trotzdem ist auch so ein Sonderzug, in diesem Fall nach Linden, nicht mit Pünktlichkeitsprivilegien ausgestattet.

Circus Roncalli hat mit den Aufbauarbeiten am Waterlooplatz begonnen.

Am Dienstag sollte die nostalgischbunte Rollkarawane eigentlich um 13 Uhr am Fischerhof ankommen. Aber sie kam nicht. Als Nächstes war halb zwei angepeilt. Kein Zug. Es wurde schließlich fast 16 Uhr, bis der erste Wagen ganz vorsichtig die letzten Meter bis zum Gleisende dirigiert wurde, wo schon die vier Zugmaschinen und eine Schar Fotografen und Schaulustige warteten. Grund für die Verzögerung war ein Baum auf den Gleisen. Der Zug, aus Lübeck kommend, war auf der Strecke über Magdeburg umgeleitet worden, „weil die Strecke ruhiger ist“, wie Roncalli-Sprecher Markus Strobl erklärte, „und da lag plötzlich der Baum“. Und das schon kurz hinter Lübeck. Man entschied sich gegen eine weitere Umleitung und wartete, bis der Baum geräumt war. Weil die Wagen auch noch falsch sortiert wurden, standen die mitgereisten Traktoren nicht vorn, sodass schließlich eine Zugmaschine rückwärts auf die ersten Waggons manövrieren musste, um die ersten Zirkuswagen von den Loren auf festen Lindener Boden zu ziehen.

Richtig Sorgen bereitete all der Unbill aber niemandem. Denn das Zirkuszelt war vorsorglich vorausgeschickt worden. Während in Linden die ersten Wagen von den Gleisen rollten, wurde auf dem Waterlooplatz schon das Zelt hochgezogen. „Wir sind Verzögerungen gewohnt“, sagt Strobl, „auch wegen des Wetters, das kommt schon mal vor.“ Bis abends sollten alle Wagen am Spielort sein.

Am Freitag geht’s dann los am Waterlooplatz – ein letztes Mal mit Tieren. Seit 30 Jahren gibt es bei Roncalli nur noch Ponys und Pferde, die werden vom nächsten Jahr an auch nicht mehr dabei sein. Zirkuschef Bernhard Paul habe das entschieden, „weil es an vielen Standorten keine grünen Wiesen für die Ponys gibt“. Mit Protesten von Tierschützern habe das nichts zu tun, es sei „eine logistische Entscheidung und eine Entscheidung des Herzens“.

Gastspiel: 25. August bis 1. Oktober. Karten an den HAZ-Ticketshops. Infos: roncalli.de.

Bernd Haase 22.08.2017
Andreas Schinkel 22.08.2017