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Aus der Stadt Der Expo-Architekt
Hannover Aus der Stadt Der Expo-Architekt
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10:06 23.02.2012
Von Juliane Kaune
Der Architekt Jan Wolff war während der Expo 2000 in Hannover Bauleiter. Quelle: Poblete
Hannover

War Kasachstan eigentlich dabei? Jan Wolff muss überlegen. 155 Nationen trafen im Jahr 2000 auf dem Expo-Gelände aufeinander. Aber Kasachstan? Daran müsste er sich doch erinnern. Ein Blick ins Internet gibt Gewissheit: Der zentralasiatische Staat hatte keinen Gastauftritt in Hannover. Nun wollen die Kasachen 2017 selbst eine Weltausstellung ausrichten – und Wolff könnte dazu beitragen, dass das gelingt. Der Architekt und Filmemacher hat die Kurzfilme gedreht, mit denen sich das Land am Kaspischen Meer beim Internationalen Weltausstellungsbüro in Paris beworben hat. Und er hat jede Menge hannoversche Expo-Erfahrung beizusteuern: Wolff leitete die Bauarbeiten für die Nationenpavillons auf dem Westgelände, das heute wieder Messegelände ist.

„Manchmal schließt sich ein Kreis“, sagt der 51-Jährige. Obendrein könnte man sagen, dass Wolff das lebende Beispiel für das viel zitierte Schlagwort der „Nachhaltigkeit“ ist, das sich die Expo 2000 auf die Fahnen geschrieben hatte. Denn nachhaltig ist sein Expo-Einsatz auf jeden Fall: 1998 kam der Architekt wegen der Weltausstellung aus Karlsruhe nach Hannover – und er ist geblieben. „Der Liebe wegen“, sagt er. Die freundliche junge Personalmanagerin, die im Auftrag der Expo-Gesellschaft noch jemanden suchte, der sich den Hut für die Bauleitung des Westgeländes aufsetzt, wurde später seine Frau und ist heute Mutter des siebenjährigen Sohnes Louis.

Längst fühlt sich der Baden-Württemberger in Hannover zu Hause. „Gerade durch die Expo hat die Stadt einen Schub bekommen – auch architektonisch“, befindet der Fachmann. Seinen erlernten Beruf hat er unterdessen hintangestellt. 2004 gründete Wolff das Unternehmen Nextframe, das auf Werbe- und Dokumentarfilme spezialisiert ist. Filmen, sagt der Autodidakt, sei schon immer seine Leidenschaft gewesen. Und nach dem Ausnahmejob auf dem Weltausstellungsgelände, bei dem er unter anderem den Aufbau der temporären Pavillons von Nepal, Bhutan und Japan überwachte, habe er eine neue Herausforderung gesucht. Allzu weit entfernte er sich zunächst allerdings nicht vom Expo-Areal: Sein erster Firmensitz lag wieder dort, dieses Mal auf der Ostseite, im Gründerzentrum auf der Plaza in Sichtweite des Deutschen Pavillons.

Inzwischen ist der Unternehmer nach Kirchrode umgesiedelt. Neben Messe AG, Üstra und Flughafen gehören heute auch Firmen außerhalb Hannovers zu seinen Auftraggebern. Seit Herbst vergangenen Jahres hat Wolff nun noch einen deutlich weiter entfernten Kunden – die Regierung Kasachstans. Ein Kollege aus hannoverschen Expo-Tagen vermittelte den Kontakt. Die ersten Bewerbungsfilme, in denen die Kasachen ihre Hauptstadt Astana als idealen Standort für die Expo 2017 priesen, waren beim Weltausstellungsbüro offenbar auf nicht so große Begeisterung gestoßen. Gesucht wurde jemand, der es besser macht. Wolff konnte punkten.

„Ich denke, dass unsere Filme bei den Juroren ganz gut angekommen sind“, sagt er. Drei mehrminütige Streifen hat seine Firma produziert. „Es ging darum, zu zeigen, was Kasachstan überhaupt für ein Land ist und welche Leute dort leben.“ Wer wisse schon, dass es sich um das größte Binnenland der Erde und eines der weltweit rohstoffreichsten Gebiete handelt? Trotz der gewaltigen Erdöl- und Gasreserven will die Nation sich auf der Expo als Motor der regenerativen Energien präsentieren. Konzentriert arbeitende Menschen in Laboren zeigt Wolff in seinen Filmen ebenso wie lächelnde Kinder, junge Paare und ältere Menschen. Selbst in Kasachstan war er noch nicht. Lokale Kamerateams haben in seinem Auftrag vor Ort gedreht, in Kirchrode wurde dann die Endfassung bearbeitet. Die Computeranimation des Expo-Geländes in Astana entstand komplett an den hiesigen Monitoren.

Noch in diesem Jahr entscheidet sich, ob Kasachstan den Expo-Zuschlag bekommt. Nur noch die belgische Stadt Lüttich ist als Mitbewerber im Rennen. Sollten Wolffs Auftraggeber sich durchsetzen, würden sich auch für den Filmemacher und Architekten neue Optionen auftun: „Es würde mich schon reizen, wieder bei einer Weltausstellung mitzuarbeiten.“

Seine Devotionalien der Expo 2000 bestehen vor allem aus dicken Architektur- und Bildbänden. Dass auf dem Ostgelände auch zwölf Jahre später noch immer viele Pavillons ungenutzt sind, bedauert er. Doch Wolff ist kein Nostalgiker, sondern Realist: „Ein architektonisches Highlight wie den Holländischen Pavillon umzubauen, das ist viel zu teuer.“ Und schließlich hatte Hannovers Expo nicht nur ihre schönen Seiten: „Als ich meinem Sohn einmal das Maskottchen Twipsy gezeigt, hat er sich ziemlich erschreckt.“

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