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Aus der Stadt Der Fuchs von der Marienstraße wurde erschossen
Hannover Aus der Stadt Der Fuchs von der Marienstraße wurde erschossen
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00:18 18.01.2018
Dieser Fuchs war auf der Marienstraße unterwegs.  Quelle: Michael Gärtner
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Hannover

 Der Fuchs, der in der Marienstraße und vermutlich auch an anderen Stellen der Innenstadt unterwegs war, lebt nicht mehr. Er wurde von einem Jäger erschossen. Grund ist der Verdacht, das Tier könne an der Staupe gelitten haben. Der schwächlich und hungrig wirkende Jungfuchs war am Sonntag von einem Anwohner an der Marienstraße gesehen worden. Der Mann hatte ihn in seinen Keller gebracht. Auch Stadtjäger Heinz Pyka wurde informiert. „Wir haben uns das Tier angesehen und entschieden, es zu erschießen“, sagt er.

Dieser Fuchs wurde in der Südstadt entdeckt.

Es habe höchstwahrscheinlich an der infektiösen Viruskrankheit Staupe gelitten, die zwar nicht für den Menschen, aber zum Beispiel für Hunde hochansteckend und gefährlich ist, erläutert Pyka. Der Kadaver wird derzeit von Veterinären des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht; endgültige Resultate sollen in der kommenden Woche vorliegen.

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Der Stadtjäger appelliert angesichts des Ereignisses, sich geschwächten und anscheinend hilflosen Wildtieren nicht zu nähern und diese generell nicht zu füttern. „Die Leute wollen helfen, aber unter dem Strich ist das falsch verstandene Tierliebe“, sagt Pyka. Es bestehe nicht nur die Gefahr, dass sich dadurch Krankheiten verbreiten können. Ein Tier, das sich in die Enge getrieben sehe, könne auch aggressiv reagieren. „Wer einem Wildtier mit atypischem Verhalten begegnet, sollte den zuständigen Jäger informieren. Dabei hilft auch die Polizei“, erklärt Pyka.

Im vergangenen Jahr seien in Hannover sieben Füchse erlegt worden, die an Staupe litten, bilanziert der Stadtjäger. Nach seinen Schätzungen der Jäger leben im Einzugsbereich der Gebiete mit Bebauung bis zu 100 Exemplare. „Ihre Reviere sind kleiner als in freier Wildbahn, weil das Nahrungsangebot etwa durch Müll und weggeworfene Essensreste groß ist“, erläutert Pyka. Dass sie auch in der Innenstadt auftauchen, sei keine Seltenheit. In den sozialen Medien kursiert ein am vergangenen Donnerstag aufgenommenes Foto, das einen Fuchs vor der äußeren Eingangstür zu einem Café im Hauptbahnhof zeigt. Es dürfte derjenige sein, der später in Richtung Marienstraße gezogen ist.

Von Bernd Haase