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Aus der Stadt Der Garten als großes Glück
Hannover Aus der Stadt Der Garten als großes Glück
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00:15 15.03.2015
Von Veronika Thomas
Gesa Klaffke-Lobsien und Kaspar Klaffke zeigen stolz ihr neues Gartenbuch.
Gesa Klaffke-Lobsien und Kaspar Klaffke zeigen stolz ihr neues Gartenbuch. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Schon jetzt blühen Märzenbecher, Lenzrosen und Zaubernuss; im Gewächshaus stehen Kamelien, Clivien und Rosmarien in voller Blüte. Für seine Besitzer, die Biologin und pensionierte Lehrerin Gesa Klaffke-Lobsien, und Kaspar Klaffke, den ehemaligen Leiter des hannoverschen Grünflächenamts, ist dieser Garten aber mehr ein grünes Refugium - es ist ihr Wohn- und Lebensraum.

Gesa Klaffke-Lobsien und Kaspar Klaffke haben ein ganz persönliches Buch über ihr Leben in einer alten Gärtnerei geschrieben.

In einer ehemals brachliegenden Friedhofsgärtnerei in Oberricklingen haben sie sich häuslich eingerichtet. Mit dem sehr persönlichen Buch „GartenLeben“ hat das Ehepaar jetzt seine Erfahrungen von 15 Jahren Leben und Pflegen in einer alten Gärtnerei festgehalten. Als sie die halb verfallene, unter Denkmalschutz stehende Gärtnerei 1999 kauften, konnten sich Familie und Freunde kaum vorstellen, dass ein Leben dort möglich sein könnte.

Das Arbeitsgebäude hatte die Maße von drei Mal 20 Metern. Inzwischen beherbergt der lange, durchgehende Raum Entree, Bibliothek, Wohnraum, Küche und Essplatz. Das ehemalige Dachgeschoss des alten Arbeitshauses wurde zu einem Mehrzweckraum inklusive Duschbad umgebaut. Ein marodes Gewächshaus am anderen Ende des Grundstücks wurde abgerissen und als Schlafhaus

wieder aufgebaut. Somit führt der morgendliche Weg vom Schlafzimmer in die Küche zunächst einmal durch einen „gläsernen Flur“ - das große Gewächshaus. „Wir leben in Gemeinschaft mit den Pflanzen, bewundern ihre unermessliche Vielfalt und Schönheit, ihren Eigen- und Lebenswillen, ihre Vitalität und Flexibilität“, schreiben die Gartenenthusiasten. „Wenn man in diesem Buch blättert, hat man den Eindruck, selbst in diesem Garten zu sein“, schwärmte gestern Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, die die Veröffentlichung des Buches im Rahmen des Projekts „Gartenregion“ unterstützt hat. „Wir wollen damit auch die Gartenbegeisterung in der Region schüren.“

Wer in dem Buch, das mit liebevollen Fotos von Jutta Alms bestückt ist, stöbert, kann nur zu einem Schluss kommen: Klaffkes Garten ist ein Traum. Vor allem von Frühsommer bis in den späten Herbst hinein gedeihen hier Kübelpflanzen, Stauden, Obst und Gemüse, Kräuter, Rosen, Farne und Gräser üppig nebeneinander. Im Gewächshaus wachsen Tomaten und Paprika, Feigen und Trauben.

Besonderen Wert legt das Paar auf Himbeeren. „Wir lieben Himbeeren, deshalb haben wir auch mehrfach tragende Sorten angebaut, sodass wir die Früchte bis September ernten können“, sagt Gartenbauarchitekt Klaffke, der vor der Expo 2000 das Projekt „Stadt und Region als Garten“ ins Leben gerufen hat. Darüber hinaus öffnen Klaffkes ihr grünes zu Hause regelmäßig für Lesungen, Modenschauen, Konzerte und die Hortkinder der Ricklinger St.-Thomas-Gemeinde, um damit „Saatkörner für künftige Gartenleidenschaften zu legen“. Dieser Plan könnte aufgehen.

Mathias Klein 15.03.2015
15.03.2015
Saskia Döhner 15.03.2015