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Aus der Stadt Der Hannover Marathon in einer neuen Dimension
Hannover Aus der Stadt Der Hannover Marathon in einer neuen Dimension
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21:28 02.05.2010
Von Carsten Schmidt
Mehr als 15.000 Läufer gingen in diesem Jahr an den Start. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover war baff – ganz einfach. Als der Sieger des „TUIfly Marathons“ die Ziellinie passiert hatte, war das Sprecherwort vom Streckenrekord zwar unüberhörbar, und das Publikum zollte begeistert Beifall. Aber es schwang auch eine gehörige Portion Ehrfurcht mit über Yussuf Songoka und die von ihm erzielte Laufzeit.

2:08:52 Stunden hatte der 31-Jährige für die klassische Distanz über 42,195 Kilometer gebraucht. Damit unterbot er den Hannover-Rekord, den sein Landsmann Evans Kipkogei Ruto erst im vergangenen Jahr aufgestellt hatte, um nahezu zwei Minuten. Songoka lief genau 30 Sekunden schneller als der Beste des großen Hamburg-Marathons vor einer Woche, Wilfried Kigen, ebenfalls ein Kenianer. Und der Ostafrikaner bewies damit, dass auf dem Kurs in der niedersächsischen Landeshauptstadt schnelle Zeiten nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis möglich sind. In Hannover kann tatsächlich „jeder Bestzeit laufen“, wie es ein Slogan seit Langem verheißt.

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Hannover staunte über diesen schnellen Lauf, in dem auch die nächstplatzierten Samson Ramadhani (Tansania, 2:09:45), Edwin Kutto (2:09:50), Samson Bungei (alle Kenia, 2:09:58) und Lusapho April (Südafrika, 2:10:44) die alte Rekordmarke unterboten. So viel sportliche Klasse überwältigte, denn auch bei den Frauen wurde die alte Streckenrekordmarke (2:33:41) sowohl von der ukrainischen Siegerin Kateryna Stetsenko (2:31:36) als auch Gladys Otero aus Kenia (2:32:47) unterboten. Nur die Magdeburgerin Claudia Dreher (2:27:55) lief 1999 auf einer anderen Strecke durch Hannover eine noch schnellere Zeit.

Dabei waren all die schnellen Laufzeiten nicht Ausdruck eines Wunders, sondern vielmehr der exzellenten und generalstabsmäßigen Arbeit des Athletenvermittlers Christoph Kopp. Der Berliner hatte mit knapp zwei Dutzend Ostafrikanern eine noch nie dagewesene Spitzengruppe zusammengestellt, die sich penibel an die vorgegebene Fahrt hielt. Nach 1:04:25 Stunden passierte das schnellere Dutzend die Halbmarathonmarke – fünf Sekunden schneller, als es Kopp vorgesehen hatte. Und danach begann eine Art Ausscheidungsrennen, in dem Songoka als Tempohärtester übrig blieb. Sieben Kilometer vor dem Ziel setzte er sich entscheidend aus einer dann noch sechsköpfigen Spitzengruppe ab und lief unaufhaltsam dem Ziel entgegen. Mit 1:04:30 Stunden absolvierte er die zweite Rennhälfte fast genauso schnell wie den ersten Teil.

Hannover im Marathonfieber: Mit einem Teilnehmerrekord von insgesamt mehr als 15.000 Läufern ist am Sonntag der 20. Hannover Marathon gestartet. Der Kenianer Yussuf Songoka kam als Erster ins Ziel - mit einer neuen Bestzeit.

„Ich bin einfach gelaufen“, sagte der Sieger im Ziel anschließend. „Ich habe keinen entsprechenden taktischen Plan gehabt.“ Songoka lobte die flache, weil schnelle Kursführung, das Publikum entlang der Strecke und das Wetter, das mit bedecktem Himmel, kaum Wind und etwa 16 Grad Celsius im Freien ausgesprochen langlauffreundlich war. „Ich liebe Hannover“, resümierte der Kenianer, der neben 4000 Euro Prämie für den Sieg auch noch 2500 Euro für den Streckenrekord mitnehmen durfte. Ihm verhalf übrigens auch die ominöse isländische Aschewolke zur Bestzeit. Songoka sollte eigentlich beim Wien-Marathon laufen, konnte aber nicht anreisen und buchte auf Hannover um – ein Glücksfall für beide Seiten. Auch Frauensiegerin Stetsenko, um insgesamt 6000 Euro reicher, würde gern wiederkommen. Sie staunte im Ziel nämlich auch – über die Hingabe, mit der sie von den Zuschauern unterstützt wurde.

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