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Aus der Stadt Der Holländische Pavillon wird zur Gefahr
Hannover Aus der Stadt Der Holländische Pavillon wird zur Gefahr
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00:15 26.05.2016
Lückenhaft: Der Sicherheitszaun fehlt auf einer Seite des Pavillons. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Erst am Freitag hatten Unbekannte eine Holzkonstruktion auf dem Dach des Gebäudes am Boulevard der EU angezündet. Eine Woche zuvor musste der Rettungsdienst anrücken, nachdem sich ein 15 Jahre alter Junge im ersten Stock des Hauses das Bein gebrochen hatte. Die Feuerwehr musste ihn über eine Betonrampe ins Freie bringen.

Der Einsatz der Feuerwehr am Freitag gestaltete sich etwas schwieriger. Nur mit einer Teles­kopmastbühne schafften es die Einsatzkräfte, die Flammen zu löschen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Unklar ist jedoch, wofür die mutmaßlichen Brandstifter überhaupt zur Verantwortung gezogen werden könnten. Denn dieselbe Holzkonstruktion, die am Freitag in Flammen aufging, hatte bereits im Juni 2014 gebrannt.

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Auf dem holländischen Pavillon ist ein Feuer ausgebrochen: Gerümpel ist dort vermutlich angezündet worden.

Ein Grund für die zunehmende Zahl von Unfällen auf dem Gelände des einstigen Wahrzeichens der Expo 2000 dürfte sein, dass das Areal nicht ausreichend gesichert ist. Das Gebäude ähnelt einer Ruine, das Betreten ist gefährlich, die Bauaufsicht hat das Einzäunen angeordnet. Bereits vor zwei Jahren hatte die städtische Bauaufsicht daher Verfügungen und Bußgelder gegen den Münchner Unternehmer Olaf Körper verhängt, der den Pavillon 2011 von seinem Vater Heinrich übernommen hatte. Zwischendurch war alles mit Bauzäunen verstellt - jetzt aber fehlt auf einer Seite der Zaun um die „Gestapelten Landschaften“. Auch Sonntag herrschte in dem Gebäude reges Treiben. Außer mehreren Jugendlichen war auch ein Filmteam zugegen. Regelmäßige Besucher des Expo-Geländes berichten davon, dass die Gruppe einen Porno drehe und dafür immer wieder das Privatgelände betrete. 

Körper war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach der Brandstiftung vor zwei Jahren hatte er jedoch alle Schuld von sich gewiesen. Gegen große Bolzenschneider und Stemmeisen sei er machtlos. Stattdessen bedauerte er, „dass der Staat nicht härter gegen Vandalen vorgehe“.

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