Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Der Region fehlen Krippenplätze
Hannover Aus der Stadt Der Region fehlen Krippenplätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:51 27.05.2010
Von Andreas Schinkel
Anzeige

„Wir sehen die Notwendigkeit, weiter zu investieren“, sagte Jordan. Wie viel Geld die Region aber in die Hand nehmen muss, um den Bedarf zu decken, ließ er offen. „Wir müssen in den kommenden zwei Jahren herausfinden, wo neue Plätze entstehen sollten“, sagte Jordan. Immerhin habe man in den vergangenen Jahren das Angebot für die unter Dreijährigen erheblich steigern können.

Wie ein Damoklesschwert hängt die Zahl über den Köpfen der Sozialplaner: 35 Prozent der Kleinkinder, so empfiehlt der Bund, müssen spätestens in zweieinhalb Jahren in Krippengruppen oder bei Tagesmüttern untergebracht werden können. Denn ab 2013 tritt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren in Kraft. Im Umland gibt es Kommunen, die noch meilenweit von dieser Zielmarke entfernt sind. So hat Pattensen eine Versorgungsquote von 8,8 Prozent, während Gehrden schon jetzt für 27 Prozent seiner Kleinkinder einen Betreuungsplatz anbieten kann.

Dennoch standen in Gehrden am Stichtag der Erhebung 32 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz. In Pattensen dagegen gibt es keine Warteliste seit dort eine neue Kindertagesstätte eröffnet hat. Der Sozialdezernent schließt daraus, dass nicht in allen Kommunen die Quote von 35 Prozent erreicht werden muss, um die Nachfrage zu befriedigen. „In ländlichen Gegenden wollen Eltern ihre Kinder eher zu Hause betreuen“, sagt er. Dennoch plant die Region, 540 Krippenplätze bis Ende 2011 in den 15 Umlandkommunen zu schaffen, dann wäre eine Versorgungsquote von 20,6 Prozent erreicht.

Die Stadt Hannover hat dagegen 40 Prozent angepeilt. Doch wie berichtet, wird sie dieses Ziel verfehlen, falls sie sich nur auf das bisherige Krippenausbauprogramm verlässt. Aus der Ratspolitik kommt jetzt die Forderung, das Programm aufzustocken. „Wir brauchen noch 300 Plätze“, sagt Anne Hindersmann, jugendpolitische Sprecherin der SPD. Auch ihre Kollegin von den Grünen, Ingrid Wagemann, plädiert für einen weiteren Ausbau. „Wir müssen Prioritäten setzen, wenn wir junge, gut ausgebildete Eltern in der Stadt halten wollen“, argumentiert sie. Auch Brigitte Ike, Familienexpertin der Rats-CDU, fordert eine Erweiterung des Krippenprogramms. Auf die Bremse tritt die FDP. „Finanziell kann sich die Stadt mehr Krippenplätze nicht leisten“, sagt der jugendpolitische Experte Nils Tilsen.

Auch der Elternverein Immerda reagiert auf den drohenden Engpass in der Kinderbetreuung. „Viele Elterninitiativen sind bereit, Zeit und Arbeit zu investieren, um den Krippenausbau voranzutreiben“, sagt Vereinssprecherin Ilka Sommer. Jetzt sei die Stadt gefragt, dieses Engagement zu unterstützen. Immerda wollte in diesem Sommer eine Krippengruppe eröffnen, war aber von der Stadt gestoppt worden. Alle Mittel für den Krippenausbau seien bereits verplant, hieß es damals.

Mehr zum Thema

Die Kommunen in der Region Hannover hängen beim gesetzlich vorgegebenen Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren weit hinterher.

Felix Harbart 26.05.2009

In Niedersachsen und Bremen müssen nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes bis zum Jahr 2013 noch etwa 45.000 zusätzliche Krippenplätze eingerichtet werden.

03.05.2010

In kaum einem anderen Bereich hat Deutschland solch großen Nachholbedarf wie in der Kinderbetreuung. Wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte, fehlen insgesamt noch 320.000 Krippenplätze.

Saskia Döhner 03.05.2010
Aus der Stadt Verwaltungsgericht Hannover - Hunde dürfen nicht einreisen
Sonja Fröhlich 27.05.2010
Aus der Stadt Zwischen TUI Arena und Deutschem Pavillon - Von der „Revival Party“ zum Plaza-Festival
Stefanie Kaune 27.05.2010
Andreas Schinkel 27.05.2010