Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Der Rote Faden hat Lücken, aber Zukunft
Hannover Aus der Stadt Der Rote Faden hat Lücken, aber Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 10.10.2014
Von Bernd Haase
Klebepunkte sollen die Lücken schließen - sind aber öfter beschädigt.
Klebepunkte sollen die Lücken schließen - sind aber öfter beschädigt. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Anzeige
Hannover

Der Faden, ein mehr als vier Kilometer langer Pinselstrich durch das Herz Hannovers, lenkt Stadtbesucher zu insgesamt 36 Sehenswürdigkeiten. Allerdings müssen sie derzeit entweder die zugehörige Broschüre erwerben und studieren oder genau hinsehen. An einigen Stellen wie etwa dem Hohen Ufer ist der Faden wegen Bauarbeiten unterbrochen, an anderen wie etwa am Kröpcke oder am Platz der Weltausstellung wurde er durch aufgeklebte rote Punkte mit Richtungspfeil ersetzt, um die Flächenoptik nicht zu beeinträchtigen. „Ein roter Strich auf dem Kröpcke würde wie eine Trennlinie wirken, die den Platz in zwei Hälften teilt. Das wollen wir nicht“, sagt Nolte.

Die Punkte gibt es seit dem Sommer, aber auch sie sind in ihrer derzeitigen Form nicht der Weisheit letzter Schluss. „Es kommt immer wieder vor, dass irgendwelche Scherzkekse die Punkte abreißen und mitnehmen oder so wieder aufkleben, dass der Pfeil in die falsche Richtung zeigt“, berichtet Nolte. Deshalb habe man beim Faden im Punktebereich in den vergangenen Wochen dreimal nachbessern müssen.

Zunächst wird nichts Entscheidendes passieren. Erstens geht die Zahl der Touristen, die die Stadt erkunden wollen, im Winter ohnehin spürbar zurück. Zweitens setzen Splitt und Sand, die bei Glatteis gestreut werden, nicht nur den Klebepunkten zu, sondern auch der Farbe an den anderen Stellen des Leitsystems - obwohl die erst vor zwei Jahren mit einer speziellen Farbschicht und für Kosten von 20 000 Euro erneuert worden war. Im Frühjahr will man erneut streichen und sucht dafür nach einem widerstandsfähigeren Material.

In Zeiten, in denen Städtetouristen alle möglichen elektronischen Navigationssysteme wie etwa GPS-Ortungen oder Apps zur Verfügung stehen, erscheint der Rote Faden wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Dem ist aber nicht so, sagt Nolte: „Der Faden ist beliebt, und zwar nicht nur bei älteren Leuten, sondern auch bei jüngeren Stadtbesuchern.“ Die Broschüre zum Preis von drei Euro, die die Begleittexte enthält, wird pro Jahr knapp 20 000 Mal verkauft und damit häufiger als die zugehörige App, obwohl die billiger ist. Noltes Erklärung: „Die Menschen wollen, wenn sie einen Städtebesuch machen, etwas Bleibendes mitnehmen.“ Das können sie in dieser Form außer in Hannover nur noch in Boston. Dort führt ein grüner Faden durch die Stadt.

Aus der Stadt Schostok, Konjunktur, Helene Fischer - Das ist heute in Hannover wichtig
10.10.2014
09.10.2014
Aus der Stadt Zwei Konzerte in Hannover - 20.000 feiern Helene Fischer
Uwe Janssen 12.10.2014