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Aus der Stadt Das ist Hannovers neuer ZOB
Hannover Aus der Stadt Das ist Hannovers neuer ZOB
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00:19 04.09.2014
Von Bernd Haase
Der neue ZOB wurde nach über einem Jahr Bauzeit offiziell eröffnet. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Hannovers neuer Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) an der Rundestraße ist am Montag in Betrieb gegangen. In seiner Erscheinung ist er mit einem knallroten Servicegebäude sowie der wellenförmigen Dachkonstruktion aus Stahl- und Glaselementen ein echter Hingucker. Verkehrstechnisch bildet er als Ensemble mit dem benachbarten Hauptbahnhof und der Stadtbahnstation die wichtigste Drehscheibe in der Innenstadt. Und funktionell ist der neue ZOB im Vergleich zum heruntergekommenen Vorgänger ein Sprung nach vorn. Nicht alltäglich im modernen Baugeschehen: „Sowohl die geplante Bauzeit von einem Jahr als auch der gesteckte Kostenrahmen von 4,3 Millionen Euro sind eingehalten worden“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Betreiber wird für mindestens zehn Jahre die Deutsche Touring aus Frankfurt sein.

4,3 Millionen Euro ließ sich die Stadt den neuen Zentralen Omnibusbahnhof kosten. 2014 ist der Neubau nach über einem Jahr Bauzeit offiziell eröffnet worden.

Schon frühmorgens um 5 Uhr hielten die ersten Fern- und Reisebusse an den elf Haltestellen. Weil aber eine für die Stadt und ihren Verkehr derart wichtige Angelegenheit mit einem offiziellen Akt in Betrieb genommen werden muss, dessen Terminierung auch Spätaufsteher berücksichtigt, fanden sich gegen 10.45 Uhr Offizielle, Betreiber und Baubeteiligte vor dem Servicegebäude ein. Es gab Sekt, Häppchen, klassische Musik und für Schostok, Architekt Werner Sobek sowie Deutsche-Touring-Vertriebsdirektor Frank Bodlak ein wenig Arbeit. Mit Scheren durchschnitten sie ein farblich fein auf das Gebäude abgestimmtes Band und schickten einen Bus auf die Reise nach Riga.

Bodlak sagte, der ZOB sei in Lage, Funktionalität und Architektur eine vorbildliche Einrichtung. „Hannover ist damit vielen deutschen Städten voraus“, erklärte er. Durch die Liberalisierung des Fernbusverkehrs und das dadurch steigende Reiseaufkommen sei es wichtig, dass die Infrastruktur in den Städten entsprechend angepasst werde. Mit derzeit täglich rund 80 Fernbussen, weiteren Reisebussen sowie von Mitte September an auch den Linienbussen der Regiobus, die zunächst aus logistischen Gründen noch auf dem alten ZOB-Gelände halten müssen, sei die Kapazität zu 70 Prozent ausgelastet. „Das ist ein guter Wert, aber wir können auch noch Zuwachs verkraften“, erklärte er. Zusätzlich zum innerdeutschen Verkehr sind europaweit 32 Länder von Hannover aus mit dem Bus erreichbar; Schwerpunkte liegen in Süd-, Südost- und Osteuropa. „Busreisen sind wegen des Preises unter anderem für Menschen interessant, die zum Arbeiten nach Deutschland kommen“, sagte Bodlak.

Schostok sprach von einem weiteren Mosaikstein für ein pulsierendes Stadtviertel, das hinter dem Bahnhof entstehe. Im Kontext nannte er den renovierten Raschplatz und bessere Perspektiven für das Bredero-Hochhaus. Die Fläche des alten ZOB wird zunächst als kostenpflichtiger Parkplatz für Autofahrer genutzt. Auf längere Sicht will die Stadt sie zwecks Bebauung an einen Investor verkaufen. Dann wäre das alte Busbahnhofsgelände, zuletzt ein Synonym für Schäbigkeit, endgültig Geschichte. Bei seiner Inbetriebnahme vor 40 Jahren galt der ZOB mit seinen Tonnendächern übrigens als beispielhaft in Architektur und Funktionalität.

Wer das neue Musterbeispiel eines Busbahnhofs in ganz besonderer Pose betrachten will, sollte den Einbruch der Dunkelheit abwarten. Die Stadtwerke, die Stadtplanung, Architekt Sobek und der Hersteller Hellux aus Laatzen haben ein spezielles Beleuchtungskonzept mit LED-Technik für die Anlage entworfen; Arbeitsschwerpunkte waren Ästhetik und Energieverbrauch. Was Ersteres angeht, muss jeder für sich bewerten. In Sachen Strombedarf gibt es einen Vergleichswert. „Er entspricht im Jahr dem Verbrauch von drei Durchschnittsfamilien“, sagt Stadtwerke-Vorstand Harald Noske.

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