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Aus der Stadt Der größte Streik in Hannover seit zehn Jahren
Hannover Aus der Stadt Der größte Streik in Hannover seit zehn Jahren
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21:35 05.02.2010
Nichts geht mehr: Schon jetzt weist die Üstra in den U-Bahnstationen und an den Haltestellen auf den großen Streik am Montag hin.
Nichts geht mehr: Schon jetzt weist die Üstra in den U-Bahnstationen und an den Haltestellen auf den großen Streik am Montag hin. Quelle: Martin Steiner
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Die Gewerkschaft will unter anderem dafür sorgen, dass Busse und Bahnen der Üstra knapp 24 Stunden nicht fahren können, auch das Umland ist betroffen, weil das Unternehmen RegioBus ebenfalls bestreikt werden soll. Die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) der Region rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen auf den großen Ausfallstraßen, da viele Berufspendler, die sonst mit Bussen und Bahnen in die Stadt fahren, auf Autos umsteigen werden. „Das Verkehrsaufkommen wird vermutlich doppelt so hoch sein wie sonst“, sagt Verkehrsexperte Holger Heuer von der VMZ. Wer einen Urlaubs- oder Gleittag nehmen kann, der solle möglichst zu Hause bleiben, empfiehlt er.

Die Gewerkschaft ver.di rechnet am Montag mit mehr als 10.000 Teilnehmern bei der zentralen Streikkundgebung auf dem Opernplatz mit dem ver.di-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske als Hauptredner. „Wir glauben, dass die Tarifforderung von fünf Prozent mehr Volumen in die Zeit passt“, meinte Harald Memenga, Tarifkoordinator im ver.di-Bezirk Hannover/Leine-Weser am Freitag. Denn die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst hinke im Vergleich zur Privatwirtschaft seit zehn Jahren hinterher. Kritik äußerte Memenga an Oberbürgermeister Stephan Weil sowie den Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen im hannoverschen Rat, die die angekündigten Streikmaßnahmen zum Teil massiv kritisiert hatten.

So hatte Weil gesagt, er habe kein Verständnis für das Vorgehen von ver.di. Schon die Forderung der Gewerkschaft nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt liege „völlig quer“ zur schwierigen finanziellen Situation der Kommunen. „Ich hätte mir gewünscht, dass der hannoversche Bürgermeister lernfähiger wäre“, konterte ver.di-Funktionär Memenga. Das Argument, es sei kein Geld im Haushalt vorhanden, sei seit 20 Jahren das Rezept der Politik. Auch Hans-Jürgen Jeroschewski, Vorsitzender des städtischen Gesamtpersonalrats, ärgert sich über Weil: „Die Stadtbediensteten sind nicht für die finanzielle Misere Hannovers verantwortlich.“

Veronika Thomas
Andreas Schinkel

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