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Aus der Stadt Der neue Babyboom in Hannover
Hannover Aus der Stadt Der neue Babyboom in Hannover
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21:51 23.11.2011
Die Zahl der Geburten in Hannover ist so hoch wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Quelle: dpa
Hannover

„Wir erleben so etwas wie einen Babyboom“, sagte Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter (CDU) bei der Vorstellung des sogenannten Familienmonitorings 2011. Weniger erfreulich ist dagegen der Anteil der von Armut betroffenen Familien, der bei rund einem Viertel liegt – und bei Alleinerziehenden doppelt so hoch. Am geringsten war die Armutsquote Ende 2008 in Isernhagen-Süd (1,6 Prozent), am höchsten in Mühlenberg (55,7 Prozent). Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Familien in Vahrenheide, Sahlkamp, Hainholz, Linden-Süd und Bornum.

Das Familienmonitoring, das laut Walter in dieser Form einzigartig für eine deutsche Stadt ist, soll der Verwaltung als Grundlage für kommende Entscheidungen in der Familienpolitik dienen. In dem mehr als 100 Seiten starken Werk ist nach Stadtteilen aufgelistet, wie die Familienstrukturen im Stadtgebiet sind. Daraus will die Stadt im Bedarfsfall ableiten, wo etwa neue Kitas benötigt werden und in welchen Stadtteilen den Eltern besondere Angebote gemacht werden müssen.

Für die hohe Zahl von Geburten macht die Stadt verschiedene Faktoren verantwortlich. Zum einen habe eine veränderte Familienpolitik im Bund seit 2005 dazu beigetragen, „dass Mütter wissen, dass sie in dieser Gesellschaft erwünscht sind“, sagte Walter. Nach Ansicht von Hannovers Familienmanagerin Bärbel Kuhlmey führt außerdem der Mangel an Facharbeitern dazu, dass Unternehmen Betreuungsmöglichkeiten schaffen, um für Arbeitnehmer attraktiv zu sein.

Als Familie gilt laut Statistik jeder Haushalt, in dem ein Kind wohnt. Von diesen Haushalten gibt es in Hannover 48 000. 68 Prozent der Familien waren 2010 solche im klassischen Sinne, also bestehend aus einem verheirateten Elternpaar und Kindern. Das andere Drittel bilden nicht verheiratete Paare, Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Rund sechs Prozent der hannoverschen Eltern müssen neben der Betreuung ihrer Kinder auch die Pflege ihrer Eltern leisten.

Mehr als die Hälfte der Familien in Hannover haben nur ein Kind – dennoch wachsen 65 Prozent der Kinder mit mindestens einem Geschwisterkind auf. Im Durchschnitt hat die hannoversche Familie 1,6 Kinder. Bei Migrantenfamilien liege der Schnitt knapp darüber, sagte Walter. „Doch schon ab der zweiten Generation gleichen sich die Frauen dem Muster von Frauen ohne Migrationshintergrund an.“

Neben der hohen Zahl an Geburten lässt sich im Familienmonitoring auch ein Trend zu Spätgeburten ablesen. Etwa ein Viertel der Frauen war bei der Geburt des ersten Kindes 35 Jahre oder älter, im Schnitt waren die erstgebärenden Mütter 30,4 Jahre alt. Hannovers Eltern bezogen im vergangenen Jahr in 6200 Fällen das sogenannte Elterngeld. Knapp ein Viertel der Anträge wurde von den Vätern gestellt, drei Viertel dieser Väter nutzten es indes nur für zwei Monate.

Die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder bis drei Jahre ist laut Walter in Hannover vom Jahr 2000 bis 2010 von 13 auf knapp 29 Prozent gestiegen. Für die Gruppe der Ein- bis Dreijährigen, für die ab 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz besteht, liegt sie derzeit bei 42,8 Prozent. „Wir gehen aber davon aus, dass wir eine Quote von 50 plus erreichen müssen“, sagte Walter.

Aufgeschlüsselt ist in dem Datenwerk auch die Zahl der Familien nach Stadtteilen. Absolut leben die meisten Familien in den einwohnerstärksten Stadtteilen List und Südstadt. Überdurchschnittlich viele zählten die Statistiker auch in Vierteln mit Neubaugebieten wie Seelhorst oder Bemerode – und in besonders armen Gegenden wie Mühlenberg und Sahlkamp. Interessant ist, dass die innenstadtnahen Quartiere die höchste Zahl an Säuglingen verzeichnen, allerdings nicht die höchste an Grundschulkindern. „Mit der Geburt des zweiten Kindes ziehen viele Eltern an den Stadtrand oder in Neubaugebiete“, sagte Walter. Viele kinderreiche Familien gibt es einerseits in gut situierten Vierteln wie Waldhausen oder Lahe, andererseits in prekären wie Mühlenberg oder Hainholz.

Felix Harbart

Den kompletten Bericht zum Familienmonitoring gibt es hier zum Download

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