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Aus der Stadt Hinein in den Garten der Zukunft
Hannover Aus der Stadt Hinein in den Garten der Zukunft
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18:09 15.03.2014
Von Veronika Thomas
Die Elchklasse der Gebrüder-Körting-Schule in Badenstedt setzt den ersten Spatenstich. Quelle: Küstner
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Hannover

Die Elchklasse der Gebrüder-Körting-Schule in Badenstedt ist hoch motiviert bei der Sache. Beim gewissermaßen ersten Spatenstich in Hannovers erstem Garten der Zukunft, einem Bildungsprojekt der Deutschen Umwelthilfe (DUH), packen sie tatkräftig mit an, einen Apfelbaum zu pflanzen – einen Purpurroten Cousinot. „Das ist eine alte, niedersächsische Apfelsorte mit wunderschönen roten Früchten“, erklärt ihnen die Landschaftsplanerin und Umweltpädagogin Gabi Fiedler.

Der Garten der Zukunft entsteht auf einer etwa 400 Quadratmeter großen Parzelle inmitten der Kleingartenkolonie Waldeck und in Kooperation mit der Gebrüder-Körting-Schule. In den nächsten Wochen will die DUH noch zwei weitere Gärten der Zukunft – in Hainholz und im Neubaugebiet Seelze-Süd – anlegen. Das Besondere daran: Alle Gärten werden gemeinschaftlich geplant, angelegt und bewirtschaftet. Sie sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein und als Modellgärten für nachhaltiges Gärtnern fungieren. Geplant sind unter anderem Führungen, Kochveranstaltungen und Feste, Tauschbörsen und Workshops zu Energie- und Klimaschutz.

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Noch sieht man dem ganz normalen Kleingarten mit Rasenfläche und Waschbetonplatten nicht an, was aus ihm einmal werden soll. Doch schon gestern waren die sechs- bis zehnjährigen Schüler der Gebrüder-Körting-Schule so begeistert dabei, dass Ulrike Beußer zufrieden feststellte: „Super, das wird alles.“ Beußer ist Projektkoordinatorin der Schule und auch dafür zuständig, den Garten im Stadtteil zu vernetzen. „Die Nachbarschaft in der Gartenkolonie ist jedenfalls begeistert“, erzählt Beußer. Auch die Eltern machen mit. Zwei Parzellen weiter sind sie gerade dabei, einen weiteren naturnahen Garten anzulegen.

Zunächst aber soll die Laube entrümpelt und kindgerecht eingerichtet werden, damit dort auch Unterricht stattfinden kann, Naturbeobachtungen zum Beispiel. Eine Naschhecke mit Himbeeren, Stachelbeeren und Kornelkirsche wird angelegt, eine Kräuterspirale, ein Koch- und Grillplatz mit Lehmofen und ein Gemüsegarten, an dem wiederum Berufsschüler der Justus-von-Liebig-Schule beteiligt sein werden. Langfristig kann sich Ulrike Beußer sogar vorstellen, dass Kräuter und Gemüse in der Schulkantine Verwendung finden. Keine Frage, dass auch Nisthilfen wie ein Insektenhotel, Vögel- und Fledermauskästen ihren Platz in dem Schaugarten erhalten werden.

Ganz nebenbei sollen alle in den Gärten der Zukunft Beteiligten die Prinzipien eines nachhaltigen Lebensstils erlernen – von der Bedeutung der Artenvielfalt und dem Bevorzugen heimischer Pflanzen bis hin zur Nutzung energieeffizienter Gartengeräte, die weder Strom noch Treibstoff benötigen. „In dem Hainhölzer Garten ist sogar ein solarbetriebenes Tröpfchenbewässerungssystem geplant“, erzählt Gabi Fiedler von der DUH. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Bingo-Umweltstiftung und der Alcoa Foundation. Es ist auf drei Jahre angelegt, danach sollen die Gärten von selbst funktionieren.

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