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Aus der Stadt Platz für 35 "Dörfer"
Hannover Aus der Stadt Platz für 35 "Dörfer"
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21:09 10.11.2015
Von Susanna Bauch
„Auf längere Zeit Unterkunft“: Die Eltern Gasan (l.) und Samar mit ihrem Kind ­Mayar.  Quelle: Kutter
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Hannover

Die Erstaufnahmeeinrichtung Deutscher Pavillon ist offiziell in Betrieb: Bereits am Montag wurden die ersten 350 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, dem Sudan und Eritrea medizinisch versorgt und in ihre Unterkunft auf dem ­Expo-Gelände gebracht, am Donnerstag folgen weitere 50 Personen. Im Deutschen Pavillon, den die Stadt für rund 5,5 Millionen Euro gekauft hat, sind auch minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung sowie Familien, Frauen und Kleinkinder untergebracht.

„Das sieht hier nicht nach Massenunterkunft aus“, betonte Stadtbaurat Uwe Bodemann gestern bei einem Rundgang durch den umfunktionierten Glasbau. Das Gebäude werde jetzt sicherlich für längere Zeit als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Anschließend, hofft Bodemann, könnten dann wieder Veranstaltungen über die Bühne gehen. Die Helfer von Feuerwehr und DRK haben den Pavillon zweigeteilt. Auf der einen Seite wohnen allein angekommene Männer, die andere gehört Jugendlichen und Familien.

Der Deutsche Pavillon ist nun offiziell eine Erstaufnahmeeinrichtung. Am Montag wurden bereits 350 Flüchtlinge aus fünf Nationen im Glasbau auf dem Expo-Gelände untergebracht. Weitere 50 sollen am Donnerstag folgen. Unter ihnen sind auch Familien und Minderjährige.

Im Eingangsbereich sind zwei Tischfußballautomaten schon dicht belagert, die Kantine ist ebenfalls gut besucht, und über den Zeltwänden hängen bunte Kleidungsstücke. Rund 35 sogenannte Dörfer wurden in nur drei Wochen im Pavillon errichtet, insgesamt stehen bereits 30 Zelte für jeweils zwölf Personen. „Das Haus-in-Haus-Prinzip eignet sich besonders gut für diese Halle“, betonte Feuerwehrchef Claus Lange. Es könnten viele Personen beherbergt werden, und trotzdem gebe es eine gewisse Privatsphäre.

Laternen und dank der großen Glasflächen vor allem viel Tageslicht erhellen die Notunterkunft. Die neuen Bewohner laufen bereits wie selbstverständlich durch den Pavillon, essen, spielen, waschen ihre Wäsche oder ziehen sich einfach zurück. Allerdings gibt es auch im Deutschen Pavillon noch kein WLAN; die Stadt arbeitet daran. Ganz für sich haben die Flüchtlinge den Glasbau allerdings nicht. Rund zwölf Büros sind ebenfalls hier untergebracht, die Stadt kassiert dafür, anders als Montag zunächst fälschlich berichtet, rund 220.000 Euro an Mieteinnahmen.

Uwe Janssen 13.11.2015
10.11.2015