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Aus der Stadt Diakoniekliniken brauchen 91 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Diakoniekliniken brauchen 91 Millionen Euro
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00:18 17.05.2014
Von Mathias Klein
Foto: Die Bilanz wird vor allem durch das Henriettenstift getrübt, das zu lange mit zu niedrigen Pflegesätzen gearbeitet hat.
Die Bilanz wird vor allem durch das Henriettenstift getrübt, das zu lange mit zu niedrigen Pflegesätzen gearbeitet hat. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Die Diakonischen Dienste Hannover (DDH) stecken in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Das kirchliche Unternehmen, das unter anderem die drei Krankenhäuser Henriettenstiftung, Friederikenstift und Annastift betreibt, benötigt fast 91 Millionen Euro. Nach HAZ-Informationen wird die Landeskirche um einen Zuschuss von 25 Millionen Euro gebeten, die 4500 Mitarbeiter aber sollen durch Gehaltsverzicht ebenfalls 24,5 Millionen Euro zur Sanierung beitragen. Innerhalb von vier Jahren will der diakonische Verbund damit finanziell wieder auf gesunden Beinen stehen. Von der Mitarbeitervertretung gibt es Protest.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Utz Wewel, bestätigte gestern die Gesamtsumme, nannte sie aber „nicht besorgniserregend“. Die Diakonischen Dienste erzielten jedes Jahr einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Die schwierige finanzielle Lage sei unter anderem durch unzureichende Krankenhausfinanzierung und „geerbte“ wirtschaftliche Belastungen vor der Gründung der DDH entstanden. So habe etwa das Henriettenstift lange mit viel zu niedrigen Pflegesätzen gearbeitet.

Rund 60 der 91 Millionen Euro sind für Investitionen und den Abbau von Altschulden vorgesehen. Etwa 30 Millionen Euro sollen ins laufende Geschäft fließen. Nach Berechnungen der Geschäftsführung machen die DDH in diesem Jahr ohne Sanierungskonzept einen Verlust von fast acht Millionen Euro, auch in den kommenden Jahren würden hohe Defizite entstehen. Die Daten gehen aus einer Beilage des aktuellen Mitarbeitermagazins hervor. Die Geschäftsführung erläutert darin ihr „Sanierungskonzept zur Zukunftssicherung“.

Um den Sparkurs für die Mitarbeiter abzufedern, schlägt Wewel vor, den Zuwachs künftiger Lohnsteigerungen zu beschränken. Bereits in den vergangenen Monaten ist ein Lohnverzicht von fünf Prozent ins Gespräch gebracht worden. Betriebsbedingte Kündigungen seien kein Thema, sagt Wewel: „Ein Stellenabbau ist nicht geplant.“

Bei der Landeskirche ist ein Antrag auf Millionenhilfe eingegangen. Das letzte Wort hat das Kirchenparlament, das in einem Monat tagt – traditionell im Henriettenstift. 27,7 Millionen Euro wollen die DDH durch Einsparungen erwirtschaften. Unter anderem sollen 54 neue Stellen nicht besetzt werden. 13,5 Millionen Euro sollen durch Umorganisationen bei Immobilien und Pachten in die DDH fließen.

Georg Cravillon von der Mitarbeitervertretung lehnt die Pläne der Geschäftsführung ab. Eine Kürzung des Einkommens der Mitarbeiter in Höhe von fünf Prozent über einen Zeitraum von vier Jahren sei „nicht akzeptabel“, sagt er. Schon jetzt verdiene eine Krankenschwester in einer Diakonieklinik weniger als in anderen Krankenhäusern. Cravillon zweifelt auch die vorgelegten Zahlen an. Er halte die Investitionssumme von rund 60 Millionen Euro für zu hoch. „Außerdem hat die Geschäftsführung kein Investitionskonzept vorgelegt“, sagt er. Mitarbeitervertretung und Gewerkschaft ver.di seien zu Verhandlungen bereit. Die Geschäftsführung verhalte sich derzeit aber nicht kooperativ.

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