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Aus der Stadt Die Bahn will Hannover umfahren
Hannover Aus der Stadt Die Bahn will Hannover umfahren
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16:01 15.02.2014
Von Bernd Haase
Quelle: Jans-Lottmann
Hannover

Die Bahn will mit der Neuordnung des Güterverkehrs im Norden langfristig die Güterumgehungsbahn und damit auch das Stadtgebiet Hannovers entlasten. „Das ist sowohl unser Wunsch als auch der des Bundes“, sagte Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Niedersachsen und Bremen am Freitag. Derzeit fahren täglich bis zu 500 Güterzüge auf der 1907 erbauten Strecke durch die Landeshauptstadt. Langfristig ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen: Bis die Bahn in Norddeutschland neue Strecken in Betrieb nehmen kann, dürften noch mindestens 15 Jahre ins Land ziehen.

Warum will die Bahn bauen?

Um Güter aus den norddeutschen Seehäfen in den Süden Deutschlands zu schaffen. Einer Prognose zufolge soll der Güterverkehr auf der Schiene bis 2025 um 25 Prozent gegenüber dem derzeitigen Stand wachsen. Die Studie wird gerade überarbeitet und vermutlich noch nach oben korrigiert.

Was ist geplant?

Noch nichts Konkretes. Die Bahn hat sieben Streckenvarianten vorgestellt, nennt aber keinen Favoriten. Wer Bischoping genau zuhört und Kostentabellen sowie zu erwartende Schwierigkeiten bei der Umsetzung der einzelnen Strecken vergleicht, kann aber Schlüsse ziehen. Demnach würden die Güter aus Bremen über die sogenannte Amerika­linie von Langwedel über Soltau nach Uelzen gebracht. Weiter Richtung Süden ginge es dann durch Sachsen-Anhalt. Die Container aus Hamburg nähmen den Weg über eine Neubaustrecke zwischen Maschen und Suderburg und dann auf bestehenden Gleisen über Celle, Burgdorf und Lehrte weiter nach Hildesheim. In der Region Hannover fahren dort jetzt schon Güterzüge und auch S-Bahnen. Es gibt aber trotzdem noch eine Menge freie Kapazitäten – gebaut werden müsste nicht. Die Kosten lägen bei 1,4 Milliarden Euro für den auch von Landesverkehrsminister Olaf Lies gewünschten Ausbau der Amerikalinie, wobei Bischoping sagt, „dass wir diesen Betrag noch drücken wollen“. Weitere 1,4 Milliarden Euro kämen für die Strecke Maschen–Suderburg hinzu.

... und die Y-Trasse?

Die Strecke durch die Heide ist offiziell eine der sieben Varianten. „Wir wischen das nicht einfach vom Tisch“, sagt Bischoping, was den Vertretern diverser Bürgerinitiativen wie etwa in der Wedemark einigen Verdruss bereitet. Faktisch aber dürfte man die Y-Trasse beerdigt haben – wegen der Kosten von mindestens 2,9 Milliarden Euro und wegen des heftigen Widerstandes. Anrainern in der Wedemark, Isernhagen, Burgwedel und Burgdorf blieben damit Neubaustrecken erspart.

Wie wird Hannover entlastet?

Vor allem dadurch, dass Güterzüge schon weit nördlich des Stadtgebietes Richtung Osten abgeleitet werden. Zum anderen will die Bahn Waggons zwischen dem Osten und dem Ruhrgebiet künftig vermehrt über den Raum Paderborn und damit südlich an Hannover vorbeiführen.

Wo liegen die Schwierigkeiten?

Alle Varianten durchkreuzen Naturschutz- und Wohngebiete, in einem Fall müsste sogar ein Autobahnabschnitt verlegt werden. Überall ist mit Widerstand der Bevölkerung zu rechnen. Die Bahn plant Informationsveranstaltungen in betroffenen Orten sowie Runde Tische mit Bürgerinitiativen und Umweltverbänden. „Ich werde nur Kritik hören“, schwant Bischoping.

Wie ist der Zeitplan?

Bis 2016 will die Bahn sich für eine Variante entscheiden. Anschließend folgen ein Raumordnungs- und ein Planfeststellungsverfahren, die zusammen sechs bis acht Jahre dauern könnten. Weitere fünf Jahre vergehen für den eigentlichen Bau.

Was passiert kurzfristig?

Auf dem Abschnitt zwischen Nienburg und Wunstorf im Westen Hannovers sollen Signale verbessert und Überholgleise angelegt werden. Das hat allerdings nichts mit den langfristigen Plänen zu tun, sondern mit dem  Umstand, dass der Abschnitt sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr jetzt schon oft verstopft ist.

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