Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Erkältungswelle rollt durch Hannover
Hannover Aus der Stadt Erkältungswelle rollt durch Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 29.10.2015
Für zahlreiche Bewohner in Hannover und im Umland gilt momentan Couch und Erkältungstee statt Herbstspaziergang. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Für zahlreiche Bewohner in Hannover und im Umland gilt momentan Couch und Erkältungstee statt Herbstspaziergang. Beim Landesgesundheitsamt ist von einer „außergewöhnlich heftigen Erkältungswelle“ die Rede.

Anzeige

Aktuell klagen in 43 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen die Menschen über Schnupfen, Husten, Kopf- und Halsschmerzen. Vor zwei Wochen waren es nur 23 Prozent - darunter auch Hannover und die Umlandgemeinden. Stuften die Gesundheitsexperten den hannoverschen Erkältungsstand im September noch als „mittel“ ein, herrscht nun Alarmstufe Rot. Innerhalb weniger Wochen sei die Zahl der Erkälteten deutlich angestiegen, so Holger Scharlach, Sprecher des Landesgesundheitsamts.

Wie viele Menschen genau in Hannover mit roten Nasen und Dauerhusten kämpfen, darüber gibt es keine Zahlen. „Da eine normale Erkältung dem Gesundheitsamt nicht gemeldet wird, liegen der Region Hannover keine konkreten Statistiken vor“, sagte Regionssprecherin Carmen Pförtner. Weil in Ballungsräumen wie Hannover häufig viele Menschen in U-Bahnen oder im Bus auf engem Raum zusammenkommen, häuft sich hier das Ansteckungsrisiko.

Im wöchentlichen Rhythmus beobachtet das niedersächsische Gesundheitsamt die Entwicklung akuter Atemwegserkrankungen. Dazu werden Daten aus Kindertagesstätten und Arztpraxen ausgewertet. „Kinder bekommen die Erkältung meistens als Erste“, sagt Sprecher Scharlach. Die Auswertung der Zahl erkrankter Kinder sei ein guter Indikator für die allgemeine Entwicklung. „Dadurch erfahren wir auch schnell, wenn ein neuer Erreger in Umlauf gerät.“ Ob sich die Erkältungswelle verschlimmern oder abschwächen werde, sei aktuell schwer abzusehen: „Die meisten Erkältungskrankheiten ziehen sich über den Winter, dabei spielen aber viele Faktoren eine Rolle.“

Wann ist eine Erkältung so schlimm, dass sie behandelt werden muss? Im Volksmund heißt es süffisant: Mit Behandlung dauere eine Erkältung sieben Tage, ohne Behandlung eine Woche. Kritisch wird eine Erkältung erst dann, wenn nicht nur die Nase läuft und der Hals kratzt, sondern Fieber dazukommt. „Dann sollte man einen Arzt aufsuchen und das Bett hüten“, rät Scharlach. Ältere Menschen sollten generell den Gang zum Arzt nicht aufschieben.

Was aktuell als relativ harmlose Erkältung grassiert, kann allerdings auch schnell zur Grippe werden. Zu Beginn des neuen Jahres droht die nächste Welle. „Beim Influenzavirus beobachten wir jährlich einen Anstieg der Erkrankungen im Januar und Februar,“ bestätigt Behördensprecher Scharlach. Vor allem Kinder, Jugendliche, Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen sollten sich dagegen impfen lassen, so sein Rat.

Amtsarzt Mustafa Yilmaz sagt: „Je mehr Menschen eine Grippeimpfung erhalten haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ansteckende Viren auf immungeschützte Personen treffen und die Ansteckungskette unterbrochen wird.“ Als krankheitsanfällige Menschen gelten auch Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal. Geimpft werden sollte in den Monaten Oktober bis November. „Aber auch eine Impfung zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle kann sinnvoll sein“, erklärt Yilmaz, der Leiter des Gesundheitsamts der Region ist: „Dann kommt man gut durch den Winter.“

Einen hundertprozentigen Schutz gegen die fiesen Erkältungserreger gibt es nicht. Regelmäßiges Händewaschen, viele Vitamine und frische Luft sollen das Risiko einer Ansteckung mindern. Auch auf ausgiebiges Händeschütteln sollte möglichst verzichtet werden: „Denn gerade jetzt sind die Erreger überall“, sagt Landesgesundheitsamtssprecher Holger Scharlach.

So bleiben Sie gesund

Hände waschen
Es lohnt sich, lieber einmal mehr die Hände zu waschen. Ein Großteil der Erreger verteilt sich über Haltegriffe und Türklinken. Auch das Händeschütteln sollte vermieden werden.

Frische Luft
Ausgedehnte regelmäßige Spaziergänge bei Wind und Wetter machen das Immunsystem fit und halten die Erreger fern.

Vitamine essen
Obst und Gemüse sind Vitaminbomben, gerade in der Erkältungszeit sollte darauf nicht verzichtet werden.

29.10.2015
Aus der Stadt Weniger Gewinn, weniger Jobs - Die Stadtwerke sind auf Schrumpfkurs
Jens Heitmann 26.10.2015
Conrad von Meding 29.10.2015