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Aus der Stadt Die Grünen suchen starken Chef
Hannover Aus der Stadt Die Grünen suchen starken Chef
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10:06 22.02.2012
Von Bernd Haase
Enno Hagenah (Grüne, Mitte) soll den Regionsverband führen.
SPD-Fraktionschef Stefan Schostok (links), Enno Hagenah (Grüne, Mitte) und Hannoverimpuls-Chef Ralf Meyer (rechts) beim Empfang im Gartensaal des Neuen Rathauses. Quelle: Rainer Dröse
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Sollte er nicht gewählt werden, hält er sich eine erneute Bewerbung für ein Landtagsmandat offen – es wäre seine vierte Legislaturperiode. In der Ferne winkt möglicherweise noch ein Kabinettsposten, wenn es zu einer rot-grünen Mehrheit in Niedersachsen reicht.

Die beiden bisherigen Sprecher der Regionsgrünen, Brigitte Deyda und Christian Gailus, treten wie auch weitere Vorstandsmitglieder nicht wieder an. Zur Bewerbung um die Nachfolge ist Hagenah nach übereinstimmenden Auskünften mehrerer Mitglieder aus der Partei hinaus aufgefordert worden. Mit dem erfahrenen Politiker an der Spitze erhofft man sich mehr Gewicht in Verhandlungen mit dem Bündnispartner in Rat und Regionsversammlung, bei denen außer den Fraktionen auch die Parteiverbände vertreten sind. „Die SPD schickt Schwergewichte wie den

Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch und Routiniers wie Walter Meinhold. Wir müssen etwas dagegensetzen“, sagt ein Parteimitglied. Hagenah selbst erklärt, es gelte, „ambitionierte Koalititonsverträge und wichtige Entscheidungen umzusetzen“. Als Beispiel nennt er die Stadtbahnlinie D in Hannover, über die sich beide Seiten bisher nicht einig sind. Auch auf Landesebene, so heißt es in der Partei, könnte Hagenah dem hannoverschen Verband als größtem seiner Art in Niedersachsen mehr Einfluss verschaffen.

Als Parteichef würde Hagenah wohl nicht mehr in den Landtag zurückkehren. Den Weg dorthin will er sich trotzdem bis zum Wochenende offen halten, wie er bestätigt. Weil nach gepflegter Sitte bei den Grünen die beiden Sprecherposten im Regionsvorstand zwischen den Geschlechtern einerseits sowie Stadt und Umland andererseits aufgeteilt werden müssen, gilt Hagenahs Wahl als wahrscheinlich, aber nicht als Selbstläufer. Den zweiten Sprecherposten soll die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde aus Lehrte bekleiden. Für die Männerrolle wiederum gibt es mit dem Hemminger Konstantin Knorr einen Kontrahenten.

Obwohl die Regionsgrünen wohl nur drei bis vier Landtagsmandate bekommen werden, scheint der Andrang groß zu sein. Von mindestens 15 Bewerbern ist die Rede, die um aussichtsreiche Listenplätze rangeln wollen. Genannt werden unter anderem Ratsmitglied Maaret Westphely, gleichzeitig Mitarbeiterin Hagenahs im Landtag, sowie die Regionsabgeordneten Ignazio Pecorino und Elke Thielmann-Dittert.

Minister oder Staatssekretär in einer Landesregierung könnte Hagenah auch als Parteisprecher werden. Der 54-Jährige, der seine Karriere 1988 als Bezirksratsherr in Stöcken begann, ist innerhalb der derzeitigen Landtagsfraktion für die Themenfelder Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Verkehr und Tourismus zuständig.

22.02.2012
Tobias Morchner 22.02.2012
Bernd Haase 22.02.2012