Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ein fairer Tausch
Hannover Aus der Stadt Ein fairer Tausch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 08.04.2014
Von Andreas Schinkel
Hochwertige Garderobe ging in den pinken Tüten über den Tresen, etwa Armani-Hosen und Jacken von Jil Sander. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Hunderte Hosen, Blusen, Jacken und Mäntel hängen auf den Garderobenständern inmitten des Saals. Die Damen rundherum bekommen glänzende Augen, taxieren das eine oder andere Stück, nippen an ihrem Prosecco. Alle sind entspannt, unaufdringliche Hintergrundmusik plätschert aus den Lautsprechern. Doch als das Startsignal ertönt, gibt es kein Halten mehr. Rund 300 Frauen stürmen auf die Garderobenständer zu, sichern sich die Kleidungsstücke, die sie ins Auge gefasst haben. „Das war schon etwas hektisch“, sagt Ina Kahle später. Dennoch ist sie glücklich, ein Kleid der Nobelfirma Apanage und Sneakers von Moschino ergattert zu haben.

Swappen hat mit einer Klamotten-Tauschbörse so viel zu tun wie Haute Cuisine mit einer Pommesbude. In beiden Fällen geht es zwar darum, ausrangierte Kleidungsstücke loszuwerden und sich im Gegenzug aus einem Fundus gebrauchter Garderobe zu bedienen, doch beim Swappen (englisch für austauschen) wird auf Qualität, ja auf Exklusivität Wert gelegt. „Jedes abgegebene Stück nehmen wir zuvor in Augenschein“, sagt Garnet Steinecke, die am Sonnabend eine Swap-Party im Sheraton Hotel an der Pelikanstraße organisiert hat. Anfragen von Frauen, die Tapeziertische mit kiloweise Klamotten aufstellen wollten, habe man gleich abgelehnt, sagt Steinecke.

Im Sheraton Hotel hat der hannoversche Unternehmerverein "Das Wirtschaftsteam" am Sonnabendnachmittag eine Kleidertauschbörse der besonderen Art organisiert.

Die 47-Jährige gehört zum erst kürzlich gegründeten Unternehmerverein „Das Wirtschaftsteam“. Die Edel-Tauschbörse am Sonnabend soll der hannoverschen Damenwelt nicht nur einen vergnüglichen Nachmittag bescheren, sondern auch Unternehmerinnen in Kontakt bringen. Dieser kommunikative Austausch sei mindestens genauso wichtig wie der Kleidertausch, sagt die Vorsitzende des Unternehmervereins, Susanne Stelter-Walter. Zudem habe man sich ein Beiprogramm überlegt, wie es bei Swapping-Events in Berlin und Hamburg üblich ist: Ein professioneller Visagist gibt den Damen Schminktipps, beim „High Heel Walk“ lernen Frauen, wie sie auf hohen Absätzen die Balance halten können. 

Der Eintrittspreis von 25 Euro zeigt, welche Klientel man in den Sälen des Sheraton haben will. „Fünf Euro gehen davon an das Mädchenhaus“, sagt Organisatorin Steinecke. Und all jene Kleidungsstücke, die am Ende übrig bleiben, kämen dem Fairkaufhaus zugute. „Ausgelatschte Schuhe oder Garderobe mit aufgerissenen Nähten sondern wir gleich aus“, sagt Sandra Pietruschinski. Die Inhaberin eines Secondhandgeschäfts in Hannover hat sich bereit erklärt, die Qualitätskontrolle zu übernehmen.

„Daraus würde ich etwas völlig Neues machen“

Alle Besucherinnen legen ihre Tauschsachen zunächst auf Pietruschinskis Tisch. „Das Niveau ist hervorragend, auf manchen Stücken klebt noch das Originaletikett“, sagt sie. Hosen von Armani, Jacken von Jil Sander wandern in die Wäschekörbe neben dem Tresen. Unterwäsche und Socken sind tabu, willkommen sind Hüte, Gürtel, Schuhe und Handtaschen. „Echt Leder“ hat eine Dame auf einen Zettel geschrieben und an ihre Handtasche geheftet. Die für gut befundenen Kleider legt Pietruschinski zunächst in Waschkörbe, danach kümmern sich weitere Helferinnen darum, die Designerstücke auf den Garderobenständern zu drapieren. „Daraus würde ich etwas völlig Neues machen“, sagt Ramona Huppert, eine der Helferinnen, und hält sich einen roten Ledermantel vor den Körper. Huppert hat gerade ihre Ausbildung an der Modeschule Fahmoda abgeschlossen.

Die meisten Frauen sind an diesem Nachmittag froh, ihren Kleiderschrank entlastet zu haben. „Ich habe in drei Hosen nicht mehr hineingepasst. Zu viel Winterspeck“, sagt Jacqueline Redschlag freimütig. Ihre Freundin, Birgit Pachhausen, ist erleichtert, endlich ein paar Stiefel losgeworden zu sein, die von Anfang an nicht gepasst haben. „Ob ich im Gegenzug andere Schuhe finde, ist mir gar nicht so wichtig“, sagt sie. Hauptsache nette Frauen kennenlernen.

Aus der Stadt Besichtigung der Waterloosäule - 189 Stufen bis zum Ziel

195 Leser der HAZ haben am Sonnabend von der Aussichtsplattform der Waterloosäule einen Blick auf die Dächer Hannovers werfen dürfen. Exklusiv für die HAZ wurde das begehbare Monument geöffnet.

05.04.2014
Aus der Stadt Biergipfel in Hannover - Zwei Feste rund ums Bier

Nun hat Hannover schon zwei Ereignisse rund ums Bier: Im April lockt der „Waterloo-Biergarten“ und im Juni das Hannoversche Bierfest.

Juliane Kaune 05.04.2014

Die Kosten für den Erweiterungstrakt des Sprengel Museums steigen weiter, so viel ist sicher. Um wie viele Millionen Euro der Rahmen überschritten wird, kann das Gebäudemanagement der Stadt Hannover noch nicht absehen.

Andreas Schinkel 08.04.2014