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Aus der Stadt Die Phantastische
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16:06 15.06.2010

Für Tanja Heitmann muss es ein phantastischer Moment gewesen sein. 2005 war sie mit ihrem Auto unterwegs und hörte den Song „Pure Morning“ der Rockband Placebo. Plötzlich passierte etwas Eigenartiges. Heitmann sagt heute, jemand sei zu ihr gekommen. Während im Autoradio dunkle Gitarren erklangen und der hypnotisierende Gesang des Placebo-Frontmanns Brian Molko den Wagen erfüllte, zeichnete sich vor den Augen Heitmanns ein Charakter ab. Heitmann spielte immer wieder den gleichen Song, um die Figur vor dem inneren Auge nicht zu verlieren, drückte auf die Wiederholungstaste des CD-Players, und ein Mann namens Adam stellte sich vor. „Er hatte sich selbst eingeladen“, sagt Heitmann heute. Und sie hat ihn gewähren lassen. So jedenfalls erzählt sie ihre Geschichte.

Adam und Heitmann stehen sich bis heute sehr nah, auch wenn er von einem Dämonen besessen ist. Adam ist der Charakter ihres ersten Fantasy-Romans „Morgenrot“, der vor eineinhalb Jahren im Heyne Verlag erschien. Die 35-Jährige gilt seit ihrem Debüt als Tanja Heitmann und weiteren Titeln, die sie unter dem Pseudonym Thea Lichtenstein veröffentlicht hat, als erfolgreiche Vertreterin einer neuen Generation von Fantasy-Autorinnen. In deren Werken werden übernatürliche Wesen wie Vampire, Engel und Dämonen nicht nur als brutale Monster oder Heilige beschrieben, sondern haben Gefühle, bewegen sich in für Leser vertrauten Umgebungen und können sich sogar in menschliche Lebewesen verlieben.

„Meine Figuren sind vielschichtig“, sagt Heitmann mit sanfter Stimme und streicht mit ihren Händen über ihre langen, blonden Haare. Sie sei einfach keine Vampirgeschichtenerzählerin, deren Romane zwischen Rollenspielliteratur und „Conan der Barbar“-Taschenbücher stehen. Für die Schriftstellerin hat sich die deutsche Fantasy-Literatur in den letzten Jahren stark verändert. Wie in den USA setzen deutsche Autoren immer häufiger auf Charaktere, die gute und schlechte Eigenschaften in sich tragen. „Die Figuren werden den Menschen damit ähnlicher, die Leser erkennen sich in ihnen wieder“, erklärt Heitmann. Amerikanische Autorinnen wie Stephenie Meyer und Anne Rice haben diesen Trend in Deutschland bekannt gemacht, auch wenn diese Art der sogenannten Contemporary Fantasy in den USA eine lange Tradition hat.

Heitmann weiß das alles so genau, weil sie nicht als Autorin zum Literaturbetrieb kam, sondern als Beraterin für Schriftsteller. Nach einem Politik- und Germanistikstudium in Hannover nahm die Garbsenerin einen Nebenjob in der Literaturagentur Thomas Schlück im idyllischen Garbsener Stadtteil Stelingen an, wurde dort Literaturagentin und half als Lektorin. Nach der Begegnung mit Adam traute sie sich, auch eigene Texte anzubieten, und wurde Autorin.

Den Beruf der Literaturagentin übt sie bis heute gern aus, auch wenn es durch Lesungen und die Geburt ihres Sohnes nicht entspannter für sie geworden ist. Während der Arbeitszeit liest sie Fantasy-Romane, dann schreibt sie Fantasy-Romane, und wenn sie in der Abschlussphase eines neuen Buches ist, träumt sie auch noch davon. „Ich finde das nicht schlimm, solange man für das, was man tut, brennt“, sagt Heitmann. Und wenn es zu phantastisch wird, hilft ihr viereinhalbjähriger Sohn, der plötzlich vor ihr steht und sagt: „Jetzt, kneten!“

Heitmann arbeitet derzeit an neuen Fantasy-Geschichten und freut sich auf die Vorstellung ihres Romans „Schattenschwingen“. Es ist ihr erster Fantasy-Jugendroman. „Ich wollte in die Gefühlswelt von jungen Menschen eintauchen“, sagt Heitmann. Für sie ist die Jugend der vielleicht intensivste Lebensabschnitt. Im Roman begegnet eine fast 16-Jährige einem Mann namens Sam. Sam hätte nach einem Unfall eigentlich tot sein müssen, doch er stellt sich als eine Art Engel heraus, eine Schattenschwinge. Eine ungewöhnliche Begegnung, die ein ganzes Leben prägen kann.

Jan Sedelies

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